Samstag, 17. Januar 2026

Blick zurück

Gesehen Ku’damm 77 im ZDF und in einer Szene die ersten zwei Verse eines schönen Gedichts gehört und fast weinen müssen*
Gehört das erste Vogelzwitschern, ohhhh
Getan I das Baustellen-Daydrinking-Event vom Dammerstock besucht mit P. Ein junges Team aus der Fettschmelze und dem Gottesauer Eck hat sich zusammen getan, um hier gerade etwas Neues auf die Beine zu stellen. Es war richtig viel los. P orderte eine Zimt-Focaccia (die mich gleich zum Nachbacken animiert hat, morgen mehr!). Die Bedienung fragt uns, ob wir aus der Nachbarschaft seien. „Nein, aus der Weststadt.“ „Ah, das ist ja nicht weit, da kann man auch gut hier vorbei kommen.“ „Jaaa, im Sommer mit dem Fahrrad, das passt super! Hattet ihr mit so viel Anstrum gerechnet? „Nee, gar nicht. Wir sind gerade leicht überfordert.“ „Es ist wirklich sehr schön hier. Sieht cool aus.“ „Oh, danke.“ „Wisst ihr schon, wann ihr aufmachen werdet?“ „Irgendwann im Frühjahr, wahrscheinlich so im März, April. Das erfahrt ihr dann auf Insta“. Das wird so gut! Die großartige Dammerstock-Siedlung im Karlsruher Staddteil Rüppurr wurde 1929 u.a. von Walter Gropius entworfen (hier ein kleiner Bericht — gleich die ersten Reihenhäuser oben sind auch so toll!). Für das Erscheinungsbild war Kurt Schwitters verantwortlich
Getan II mit blauem Filzstift und Wasser experimentiert. Ich mag, wenn Sachen verschwimmen
Getrunken Vanilla-Shake von Megges. Immer wieder gut, diese Shakes. Leider gab es keine Röhrchen. Es gab auch keine Terminals. Richtiger Oldschool-Megges — das Bestellen an der Theke dauerte ewig. P leicht entnervt: „Ich hab dir doch gesagt, dieser Megges ist ranzig!“ hahahaha. Sogar die Preise waren altmodisch (und tanzend) auf das Plakat aufgeklebt (das hat P nicht davon abgehalten, u.a. auch ein Hanuta Mc Flurry zu bestellen). Auf dem Heimweg wurde ich geblitzt. Ich hatte wohl zu viel Vanille Promille, oh noooo
Gegessen Apfelschnitze aus Ps Happy Meal
Gelacht I , sehr über eine Nachricht mit einem Leasingangebot von K: „Hi Mama, können wir uns den Golf R mit 333 PS leasen, das wäre doch was für uns Kinder. Hab dich lieb. Mit freundlichen Grüßen, Dein K.“ Nice try
Gelacht II als K an der Ampel kurz die Dynamic Stability Control ausstellt und einen Wheelspin hinlegt, als es Grün wird (die Zwillinge vorne, ich im Fond — wir hatten P gerade zum Bahnhof gebracht). Quiieetsch... Ich: „Das ist schlecht für die Reifen, oder?“ K: „Ja, aber einmal kann man es machen...“ Haha, wenn er das sagt
Gelacht III als ich mit P in Heidelberg telefoniere und sie erzählt, dass sie einen schönen Vormittag auf dem Eis hatte mit ihrer vierten Klasse: „Wir waren auf einer Schlittschuhbahn im Freien, ähnlich wie die in Garmisch, wo man unter der Sonne fahren kann, und es war super! Es lief gute Musik, so old school R’n’B!“ „Ohhhh, das hätte mir auch gefallen!!“. „Jaa! Was noch gut war: sie hatten beim Schuhverleih nur coole Eishockeyschuhe nicht so komische Plastikdinger.“ Hehehe, die Details immer
Gelacht IV als L mir mehrfach durch die Tür etwas zuruft, was ich nicht verstehe: „Wann machst du wieder die Dinger aus München?“ Bis ich mal drauf kam, dass sie die Auszognen meint, hahaha. Jaa, die mach ich bald wieder. Mir ist eingefallen, dass ich dafür aber noch Erdnussöl brauche — das hatte mir P empfohlen, und sie hatte es wiederum von ihrem Foods-Lehrer aus den USA, lol
Gefreut I über die Schwarzwald Marie. Die hat eine lustige Geschichte (steht im Booklet, das der Figur beilag): Im Jahr 2023 begeisterte die Ausstellung „Playmobil-Spielgeschichten“ auf Initiative von Bürgermeister Michael Ruf und umgesetzt von Diorama Artist Oliver Schaffer in Baiersbronn über 12.000 Besucher. Unter den fantasievollen Welten tauchte auch eine improvisierte Schwarzwald Marie auf. Da es keine Playmobil-Bollenhut-Figur gab, erschuf der Künstler kurzerhand selbst eine — mit großem Erfolg! Die meist gestellte Frage: „Kann man sie kaufen?“ Die Antwort war „Nein“, doch die Idee zur Playmobil Schwarzwald Marie war geboren. Ich hab sie umgetauft auf Schwarzwald Juli — obwohl ich ehrlicherweise den Pfälzer Wald lieber mag, aber da gibt’s keine lustigen Bollenhüte (dafür aber lustige Dubbegläser)
Gefreut II über die Leuchte, die endlich ankam. Eine Reminiszenz an meine Omi (siehe Polaroid aus den 1980er Jahren)
Gefreut III über ganz bisschen Schnee. So doof, dass der immer wieder sofort weg ist am nächsten Tag
Gefreut IV über die Porzellan-Becher vom MoMa-Shop. Eins der Weihnachtsgeschenke von meinem Bruderherz. Ich finde diesen Spruch so amerikanisch: „We love to serve you.“ Amerikanischer geht es nicht (wie mal in einem Film die Stellenausschreibung auf einem Plakat mit der Headline „We’re hiring smiling faces“)
Gefreut V über die ersten Tulpen der Saison
Gefreut VI über meine Allumettes (zuletzt hab ich wieder eine unansehnliche Schachtel einfach mit blau-weißem Klebeband überklebt). Andere sammeln schöne kleine Glasflaschen oder besondere Plastiktüten — ich sammel Streichholzschachteln, hehe. Was sammelt ihr so?
Geärgert I dass K einen Abend vor Abgabe mit einem Plakat anfängt für die Schule. Und wer wurde um Mitarbeit gebeten? Yess. Wär alles kein Problem — mach ich sogar gerne. Aber ein, zwei Minütchen vorher Bescheid geben wär schon nice. Bis spät abends hat er Magazine nach Buchstaben durchforstet, geschnippelt, gezeichnet und Texte vorgeschrieben, geklebt, gemacht und getan... Gar nicht so easy alles. Es ging um einen Büchervergleich: Heinrich von Kleists „Der zerbrochene Krug“ und Jenny Erpenbecks „Heimsuchung“, in denen es jeweils um Besitz und dessen Verlust geht und das sollte bildlich dargestellt und verglichen werden mit u.a. Illus, Gegenüberstellungen und Zitaten. „Musstet ihr früher auch Plakate machen?“ „Nee, so was gab es bei uns nicht...“
Geärgert II dass das Majolika Museum nicht geöffnet hatte, das wir nach der Dammerstock-Besichtigung ansteuerten (immerhin gab es ein cooles Fenster für blurry Selfies), dann sind wir halt weiter zu Megges
Gestaunt dass K von sich aus nach einer Ausstellung fragt: „Ich hab morgen die letzte Klausur in 13.1, danach könnten wir wieder zusammen mal in eine Ausstellung gehen.“ Wie coooool von ihm, ich hab mich so gefreut!
Gekauft Briefmarken

Schönes Wochenende!

*Aus „Eure Kinder“ von Khalil Gibran

Eure Kinder sind nicht eure Kinder.
Sie sind die Söhne und die Töchter der Sehnsucht
des Lebens nach sich selber.
Sie kommen durch euch, aber nicht von euch,
Und obwohl sie mit euch sind, gehören sie euch doch nicht.

Ihr dürft ihnen eure Liebe geben,
aber nicht eure Gedanken,
Denn sie haben ihre eigenen Gedanken.
Ihr dürft ihren Körpern ein Haus geben,
aber nicht ihren Seelen,
Denn ihre Seelen wohnen im Haus von morgen,
das ihr nicht besuchen könnt,
nicht einmal in euren Träumen.

...


























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