Samstag, 25. April 2026

Blick zurück

Gesehen „Palast der Republik — Honeckers Traum aus Marmor und Asbest“ in der ARD-Mediathek. So interessant! Gregor Gysi erzählt im Film, dass ein Gebäude in Berlin erst akzeptiert ist, wenn es einen Spitznamen hat. Der Palast der Republik hieß „Erichs Lampenladen“ — im Foyer hingen zahllose runde Glasleuchten. Ich bin immer noch sad, dass sie dieses Gebäude abgerissen haben (und dann so ein komisches auf alt gemachtes Schloss hingestellt). Als ich 2007 eine Schifffahrt auf der Spree machte, war die PdR-Fassade noch da...
Getan I die Ausstellung „konkrete fantasia“ an der Kunstakademie besucht. Ich freue mich, als ich in einer Collage (die ich eh so mag, generell) eine der schönsten Treppen, die ich kenne, entdecke (hier, Bild 22)
Getan II die Graduiertenausstellung der HfG besucht. Ich bin erst mal im ZKM herumgeirrt, weil die Ausstellung diesmal in einem anderen Bereich war. Tolle Arbeiten. Bei der Tränenbar hab ich auch ein Lacrimarium befüllt mit meinen Gedanken dazu. Großartige Idee
Gelesen die Erfolgsgeschichte eines Mannes, der über 30 Jahre lang in der Filmbranche tätig war und 2012 seine erste französische Bäckerei in München eröffnete, hier. Mir wurde auf Insta zufällig ein Post von Dompierre angezeigt und dann hab ich, wie so oft, gegoogelt. Hier um die Ecke hat gerade auch was Französisches aufgemacht, wo ich unbedingt demnächst mal hin muss: Theodor, eine Patisserie
Getrunken Kaffee aus den „Geburtstagstassen“. Die kleinen blau-weißen Tässchen von meiner Omi werden nur an Geburtstagen aus dem Schrank geholt, so wie jetzt an Ps Ehrentag. Die Drapierung von Rafaello und Ferrero Rocher rund um die Vasen war Teil einer „Choreo“ für den Geburtstagstisch, die P mir aufskizziert hat, hahaha
Gegessen Pizza wie aus Napoli. Delizioso! Der Teig für diese Art Pizza geht 72 Stunden und sie wird sehr heiß aber dafür nur sehr kurz gebacken — 60 Sekunden (K konnte es nicht glauben)
Gelacht I dass Ps US-Studentin erstaunlich gut informiert ist. P: „Sie ist smart und interessiert! Ihre Eltern sind beide Professoren an einer Uni in Houston. Sie hat mich gefragt, warum unser Bundesland Baden-Württemberg heißt und warum die Württemberger die Badener nicht leiden können und umgekehrt. Und warum man badisch sagt, aber nicht württembergisch sondern schwäbisch. Ohaaa...  Bei manchem bin ich selbst überfragt. Ich hab ihr aber gleich mal erklärt, dass wir hier in Heidelberg sind und dass das Baden ist und dass Baden cooler ist.“ Lol. Ich hab neulich erst erfahren (in einem TV-Beitrag über Stuttgart im SWR), dass der Württemberg (411 m) in Stuttgart ist, aiaiai! Auf dem Berg steht ein Mausoleum, umringt von Weinbergen mit sagenhaftem Ausblick. Ich muss da mal hin!!
Gelacht II dass im ZKM auch ein Fenster mit einer roten Folie ist. Wie bei mir zuhause (im ZKM aber bissl größer). Ich freue mich jeden Tag an meiner kleinen „Installation“. Jedes Mal fällt das Licht anders und man hat einen anderen Effekt im Vorhang
Gelacht III über die Ähnlichkeit einer G-Klasse mit Ks Traumkoffer
Gefreut I dass es im Wald so schön ist. Die Blätter sind noch ganz frisch hellgrün und es ist so ruhig... Und diese gute Luft. Ich hab mir P geschnappt und wir sind nach Ettlingen-Spessart zum Waldlehrpfad gedüst und haben den kleinen Rundweg gemacht. Die Wolken waren an diesem Tag wie gemalt. Ich sag dann immer zu P: „Schau mal, diese Magritte-Wölkchen.“ Anschließend haben wir uns in der süßen Fußgängerzone von Ettlingen zwei Cappuccini gegönnt und an der Alb in der Sonne gechillt
Gefreut II dass die Blümchen, die ich mir auf der Wiese beim Wald gepflückt habe, bis zu Hause durchgehalten haben und nach kurzem Schwächeln wieder aufgeblüht sind
Geärgert I wenn ich ein Wordle mal nicht rausbekomme, hehe. Manchmal ist es aber auch fies, wenn man z.B. nicht mit einem englischen Wort rechnet
Geärgert II dass mein Wecker nicht geklingelt hat
Gelernt I wie diese Malerei am Ettlinger Schloss heißt: Scheinarchitektur. Dann hab ich mich gefragt, ob die Lüftlmalerei in Garmisch auch zur Scheinarchitektur zählt. Laut Google: „Ja, Lüftlmalerei ist eine Form der Scheinarchitektur (auch Illusionsmalerei oder Trompe-l’œil genannt). Sie nutzt Licht, Schatten und Perspektive, um auf glatten Fassaden dreidimensionale Architekturelemente wie Säulen, Fensterrahmen, Nischen oder Stuckaturen vorzutäuschen.“
Gelernt II dass man nicht abgestempelte Briefmarken nicht einfach ablösen und wieder verwerten kann bzw. darf. Rechtlich gilt sogar: „Wiederverwendung gebrauchter Marken verstößt gegen die AGB der Deutschen Post und kann strafrechtlich verfolgt werden.“ Ohaaaa, krasss
Gestaunt über das neue LACMA, David Geffen Galleries, in Los Angeles, das der fast 83-jährige Schweizer Architekt Peter Zumthor entworfen hat. Zwanzig Jahre hat es gedauert bis zur Realisierung! Hier ein Bericht auf SRF.ch
Gekauft Briefmarken. Ich mag das Luise-von-Preußen-Motiv sehr

Schönes Wochenende!












































Samstag, 18. April 2026

Blick zurück

Gesehen I die letzten drei Folgen von „Love Story“, einer Serie über die Geschichte von John F. Kennedy Jr. und Carolyn Bessette. L und P haben damit angefangen und mich irgendwann angesteckt. Gute Serie, sehr traurig auch, und sehr gut ausgestattet. Ob das Loft in Tribeca in echt wirklich so toll aussah? Hier ein Bericht auf AD über das Set-Design
Gesehen II einen Dan Flavin für Arme an einem Pizza-Imbiss
Gesehen III interessante Lichtspiele an meinem Vorhang (das kommt durch die kleine rote Folie, die noch immer am Fenster hängt)
Getan I mich mit den Mädchen im Park auf der Wiese verabredet. Sie sind zu Fuß hingeschlendert und ich kam mit dem Rad vorbei. Immer nimmt man sich was zum Lesen mit und kommt dann doch nicht dazu vor lauter Quatschen. Aber das ist auch so schön
Getan II eine kleine Radtour gemacht zum Alten Flugplatz. Ich liebe es, dass es eine so große unbebaute Fläche hier in der Stadt gibt. Und hab mich gefragt, wer wohl größer ist — die Theresienwiese in München oder der Alte Flugplatz Karlsruhe, hehe. Interessante Erkenntnis: der Alte Flugplatz ist 97 Fußballfelder groß, die Theresienwiese 59 (zuerst war sich die KI wohl nicht ganz sicher — sehr widersprüchliche Antwort, haha). Und ich mag, dass beim Flugplatz u.a. das Steppenbienchen heimisch ist. Was für ein süßer Ausdruck
Getan III eine Fahnenhissung an der Kunstakademie besucht. An der Villa Schönleber ist ein Mast, der bisher ungenutzt war. Jetzt hat man beschlossen, dass dort jedes Semester ein Kunststudent eine Fahne gestalten darf. Großartige Idee. Ich liebe Kunst aus Stoff (und die Villen dort in der Gegend!)
Gelesen in meinem kleinen Ostergeschenk an mich selbst: das Buch „Haus Marlene Poelzig, Berlin — Abriss und Aufbruch“. So ein tolles Werk (Empfehlung!)! „Die Geschichte des Haus Marlene Poelzig in Berlin ist auch die Geschichte einer vergessenen Architektin, Bildhauerin und Designerin, die es verdient, wiederentdeckt zu werden. Ein fiktiver Spaziergang durch das Haus rahmt Essays verschiedener Autoren zur Urheberschaft, Architektur, Archivarbeit, Denkmalschutz und Protestkultur.“ Was für eine Schande, dass sie dieses Haus abgerissen haben! Im Klappentext heißt es: „Gerade weil das Bauwerk trotz aller Bemühungen und der Unterstützung einer breiten Öffentlichkeit der Macht von Geld und Bagger zum Opfer fiel, möchte die Initiative mit diesem Buch die Erinnerung an das Haus wachhalten, ein Zeichen für die Wertschätzung von Marlene Poelzigs Werk setzen und weiterhin Impulse für Gleichberechtigung in Bauwesen und Baukultur, für Transformationen im Denkmalschutz und für eine neue Umbaukultur geben.“ (Und lustig, dass es früher eine „Baupolizei“ gab!) Wie kreativ Marlene Poelzig war — in vielen Bereichen. Ihre Leuchten für das Haus des Rundfunks in Berlin-Charlottenburg oder ihre Lichtsäulen im Foyer des Großen Schauspielhaus Berlin, ihre Möbel, die heute noch in der Wohnung ihrer Töchter stehen... Und ich mag, dass sich Hans und Marlene Poelzig so viele Briefe* geschrieben haben (sein doppeltes „liebste“ am Anfang und das „etc“ am Schluss gefällt mir besonders). Da hab ich gleich mal Ps Mitbringsel aus Paris eingeweiht (Bloc de Correspondance) und ihr einen Brief nach Heidelberg geschickt. Zwei Monate Semesterferien zuhause sind nun um und ich vermisse sie schon jetzt. Gerade hat sie erfahren, wie ihre US-Austauschstudentin heißt (wie sie mit zweitem Vornamen!). P: „Rate mal, woher sie kommt?“ Ich: „Hm, Houston/Texas?“ P: „Woher weißt du das??????“ „Geraten!“ Krasser Zufall!!
Getrunken mein erstes Paulaner Cola. Ich bleibe lieber bei Coca Cola oder Pepsi, hehe
Gegessen das erste Eis der Saison
Gelacht als ich alte Zeichnungen von mir im Keller bei meinen Eltern entdecke. Alle so aus der Grundschul-/frühe Gymizeit. Süß. Das dunkle ist eine große Röntgenaufnahme aus Papas Praxis, da haben wir beide experimentiert mit einem Edelstahl-Topf. Ein Steckbrief aus der 5. Klasse gibt Auskunft, dass ich schon früher auf hübsche Autos stand — unter „Lieblingsautos“ hab ich in der 5. Klasse geschrieben: Mercedes, BMW, Porsche. Funny war auch mein Humor von damals: In einem Comic über einen Zahnarztbesuch sagt am Schluss der Zahnarzt hinter dem Zanotta-Schreibtisch (wie der von Papa damals, hier) zum jungen Patienten: „Nimm dir gerne ein Bonbon zur Belohnung.“ — während der kleine Patient ein dickes rotes Fragezeichen über dem Kopf hat. Und über dem Kopf des Zahnarztes steht in einer Denkblase: „Damit mir auch nicht die Kundschaft ausgeht.“ LOL
Gefreut I über Blütenpracht in anderen Gärten
Gefreut II über eine einzelne Kornblume auf meinem Balkon. Die muss sich vom letzten Sommer rüber gerettet haben
Gefreut III dass die Glyzinie toll sprießt und langsam rankt, auch am Balkon. Ich hatte mir eine Schote aus dem Garten meiner Eltern mit genommen und einen Samen daraus hier eingepflanzt — hat funktioniert
Gefreut IV dass es in meiner alten Heimat nice Flachdachhäuser gibt. Gleich mal fotografisch festgehalten. In der Ecke bin ich normalerweise nicht so oft
Geärgert dass ich mein Handy zu lange in der Sonne liegen lassen hab
Gerätselt immer noch Wordle auf Süddeutsche.de, jeden Tag
Gekauft zwei „Mäuse“ für L & K

Schönes Wochenende!


*Brief von Hans Poelzig an Marlene:

Liebste liebste Ma!

Ich sehne mich — das muss dir genug sein. Was soll ich ohne dich anfangen? — Zunächst die Säule, ich will einverstanden sein, trotz mancher Bedenken, dass sie zu schwer wird. Darüber hast du ja schon ein Telegramm erhalten, falls der Brief nicht beinahe früher kommt. Hier weiß ich nicht, was ich tun soll, auf dem Amt langweile ich mich kaputt. Wegen der Grabsteine sende ich dir einen Brief, in dem steht, wohin die Dinger ausgeliefert werden sollen. Koppel hat wieder geschrieben und ich habe mich auf seine Mahnung hin entschlossen, sobald als möglich nach Köln und Bonn zu fahren. Es ist für die Zukunft vielleicht wichtig, denn was soll ich eigentlich in Dresden? Es ist so dumm, dass so was immer wieder dazwischen kommt. Ich bin ohne dich fahrig, wild, ohne Gleichmaß, habe zu nichts große Lust. Was hast du, liebes Kind, aus mir gemacht? Also, bleib wohl, schlafe aus, Dienstag komme ich Vormittag.

Tausend Grüße Küsse etc.
dein Hans