Montag, 6. Juli 2020

Liebling der Woche — das USA-Buch

Das USA-Buch habe ich als Erinnerung für P gemacht. Begonnen mit der Arbeit daran habe ich zeitgleich mit ihrer Abreise im August 2019 — meine 15-Jährige beim Start ins Abentuer USA. Ein Foto aus dem Flieger nach Chicago war das erste, was ich auf die schneeweißen Seiten gesetzt habe.

Und dann folgten 8 Monate in einem fremden Land, die eigentlich hätten 11 Monate  werden sollen. Mit neuer Familie, einer zweiten Schwester, lieben Freunden, netten Lehrern, guten Noten, viel Sport und ganz vielen Erlebnissen. Auf wundersame Weise blieb das Heimweh komplett aus. Alles war toll! Dann kam die Krise und setzte dem Traum von P ein jähes Ende. Das Hadern war groß. Aber es hätte noch schlimmer kommen können. Ein Mädchenaus Ps Klasse hat ihr Auslandsjahr im Januar begonnen und musste im März schon wieder zurückreisen. Tausende Euro futsch. Diese Pandemie...

Ich habe versucht, Ps Abenteuer in gedruckter Form festzuhalten. Mit Anekdoten, fun facts, WhatsApp-Nachrichten und vielen Bildern. Für sie, für uns, für die Familie und Freunde. Schenken macht Freude — ein Buch habe ich diese Woche auf die Reise nach Hamburg zur Patentante geschickt.

Auf der Rückseite des Buches steht ein Zitat von einem Freund von drüben, das er P kurz nach ihrer Rückkehr geschrieben hatte: „Swim the ocean back over here.“ <3










Samstag, 4. Juli 2020

Blick zurück

Gesehen The hate u give
Getan das USA-Buch in den Druck gegeben, finally
Getrunken Eiskaffee
Gegessen Ramen
Geärgert 
dass Alpträume scheinbar ansteckend sind. Jetzt klagt P auch schon: „Ich habe geträumt, dass ich meine Familie in Amerika besuche und sie haben sich nicht gefreut.“ 2021 wird dieser Traum widerlegt, no worries 
Gefreut dass wir das 1960er-Sofa von meinen Eltern bekommen, auf das ich schon seit ich denken kann ein Auge geworfen habe. Momentan befindet es sich im Restaurationsmodus, um danach hier in Karlsruhe Town aufzuschlagen. Das wird ein Fest!
Gelacht
über Jürgen Klopps Freudentanz — beschde
Gewünscht dass mein Englisch so gut ist, dass mein Deutschsein in Frage gestellt wird — so wie es P bei ihrer Snapchat-Umfrage passiert ist (Thema 'Anything' — was so viel bedeutet wie 'Stellt mir eine Frage, egal was.' Natürlich alles anonym.)
Gekauft eine Kette

Schönes Wochenende!


Montag, 29. Juni 2020

Liebling der Woche — der Indigostrauch

Indigoblau ist eine meiner liebsten Farben. Dass sie in Mexiko aus dem gleichnamigen Strauch gewonnen wird, wusste ich nicht. Ein Fernsehfilm weckte meine Faszination für dieses Gewächs. Das Blau sitzt in den grünen Blättern und wird durch Auskochen gewonnen. Anschließend wird das Wasser verdampft, bis der blaue Farbstoff in Pulverform übrig bleibt. Eine aufwändiges Unterfangen. Die Frauen und Männer, die mit diesen Sträuchern arbeiten, erkennt man an ihren blau gefärbten Händen.

Mein Indigostrauch ist allerdings keiner mit Färbekraft, aber mit mindestens genauso schönem Antlitz. Es ist ein Himalaya-Indigostrauch, der zur Familie der Schmetterlingsblütler und Hülsenfrüchtler gehört, wie z.B. auch Blauregen oder Akazien. Besonders gefallen mir die winzig feinen Blättchen. Die Superkraft des Himalaya-Indigostrauchs ist die lange Blütezeit: Von Juni bis September werde ich auf meinem Balkon immer wieder von neu nachkommenden purpurfarbenen Blüten umgeben sein. Träumchen.








Samstag, 27. Juni 2020

Blick zurück

Gesehen Chez Krömer mit Clown von Anhalt („Gar nicht mal so interessant“ sagt der Krömer, hahahaha)
Getan ganz viel zugehört... wildeste Stories von diversen Leuten im Freibad. Wenn man sich ein Dreiviertel Jahr nicht gesehen hat, kommt ganz schön was zusammen...
(In einem Rutsch) gelesen Simon Pearce — „So viel Weißbier kannst gar ned trinken. Wie ich als Schwarzer in Bayern groß geworden bin“. Sehr lustig geschrieben, aber eigentlich zum Weinen traurig...
Getrunken Hugo, joa
Gegessen erst Lunch dann Kaffee & Kuchen im Elternhaus (seit Moooonaten mal wieder), mit anschließendem Feldspazierung, bei dem die Lust auf Kirschen geweckt wurde, aber nur Blumen mit nach Hause durften...
Geärgert
über Ps Frage „Bin ich ein Standardmädchen?“ Ehm, nein
Gefreut dass sich die Kornblumen so lange halten
Gelacht
„Was ist das für Wetter, ey?“ P: „Verstörend.“ Interessante Bezeichnung für ein Wetter.
Gewünscht dass meine Alpträume ein Ende haben. Neuester Coup meines Unterbewusstseins: Brad Pitt und ich im Freibad. Oh Mann.
Gekauft ein Windlicht

Schönes Wochenende!


Montag, 22. Juni 2020

Liebling der Woche (mit Abstrichen) — das Freibad

Die Freibad-Öffnung wurde heiß herbei gesehnt. Jetzt hat es offen — aber es ist aktuell nicht mehr das, was es mal war. Klar. Als ich mit 3+1 Jugendlichen im Schlepptau an der Kasse stehe, kommt forsch der Hinweis, doch erst mal wie allen anderen das Formular auszufüllen. „Hab ich schon zuhause gemacht!“ nuschele ich durch meine Maske, lege mein Formular auf den Tresen, ernte einen verwunderten Blick und füge ein „Ist das nervig“ hinzu. Die Dame hinter der Scheibe meint: „Nervig ist gar kein Ausdruck!“

An unserem Stammplatz angekommen frage ich vorsichtshalber den Bademeister, ob wir hier liegen dürfen und — mit einem Augenzwinkern — ob wir jetzt unsere Handtücher mit zwei Meter Abstand ausbreiten müssen. Überall rot-weißes Absperrband und Schilder. Wie viele Badende maximal ins Becken dürfen. Eingangs- und Ausgangregelungen. Abstandsaufkleber vor dem Sprungturm und an der Rutsche. Die Duschen sind gesperrt, jede zweite Umkleide ist verschlossen.

Ich vernehme unentspannte Gespräche zwischen Angestellten. Und höre öfter die Frage von Gästen:

„Wann werden denn die Wellen angeschaltet?“
„Gar nicht.“

2020 ist hier alles anders. Aber das Wasser war herrlich!
Es gilt: „Machen wir das beste draus.“ (O-Ton Bademeister).