Samstag, 2. Mai 2026

Blick zurück

Gesehen „Wie man aus Altkleidern Papier macht — SWR Handwerkskunst“. Hochinteressant! Lustig, wie der Stuttgarter Künstler Clemens Schneider den gemahlenen Stoffhaufen nennt: „Sieht aus wie ein grauer Bollen.“ Bollen haben wir früher auch immer gesagt — allerdings, wenn wir Eis bestellt haben in der Eisdiele, hehe
Getan I mir P geschnappt und die Ausstellung „Distanz“ von zwei Kunststudenten der Karlsruher Kunstakademie, Ruben Brückel und Lukas Jacobs, im Kunstverein Rastatt besucht. Dieser Kunstverein sitzt in der Pagodenburg, einer 1722 errichteten Nachbildung eines Gebäudes im Park des Nymphenburger Schlosses in München (hier mehr Infos zum Kunstverein). Es ist toll dort! Danach haben wir uns an der Murg in der Sonne auf eine Liege gepflanzt (eine sog. Himmelsliege), die beweglich ist. P war ganz baff: „Das ist Premium!! Die Liege kann man Richtung der Sonne drehen!! Warum haben wir so was in Karlsruhe nicht??“ Auf dem Rückweg sind wir an der Zwölf Apostel Kirche vorbei, die mit Werken von zwei Künstlern ausgestattet ist: 1.) Die Fenster wurden von Emil Wachter gestaltet und 2.) der Kreuzweg von Joseph Michael Neustifter. Die Kirche aus den 1970ern ist ein krasser Kontrast zum Barockschloss, an dem wir kurz zuvor noch vorbei flaniert sind. Apropos Kirche, ich hab da eine ganz tolle Kirche in Mailand von Gio Ponti entdeckt auf Insta, hier
Getan II zur Finissage von „The Screen“ im ZKM geradelt, und festgestellt, dass ich mit House Musik nicht so viel anfangen kann... Deshalb meinte P auch recht bald: „House ist so boring. Lass uns noch ins Venus gehen, da kommt heute R’n’B.“ Und das haben wir dann auch gemacht...
Getan III K überredet, mit mir die Dachterrasseneröffnung im Dammerstock zu besuchen. Wo früher ein Sterne-Restaurant war ist jetzt eine Kneipe. Und was für eine! Ich brauchte aber ein bisschen Überredungskunst. K: „Sind da Leute in meinem Alter, die mich kennen könnten?“ „Ich glaube nicht! Warum? Ist es dir peinlich, mit mir gesehen zu werden? Hahahaha.“ „Joa.“ P klinkt sich empört ein: „Bruder, das ist voll die Green Flag, wenn ein Junge mit seiner Mama rausgeht!!“ Als wir dort ankommen, hören wir schon von weitem die Musik. (Ich zu K: „Weißt du, wie der DJ heißt? DJ Spätzle.“ „Was ist denn das für ein Name?? Und woher weißt du das?“ „Hab ich auf Insta gelesen in der Ankündigung.“ Lol.) Es ist so super dort! Nicht nur die Dachterrasse, auch der Biergarten, das ganze Gebäude, einfach alles. Wer hat schon eine Kneipe, die von Walter Gropius (künstlerische Oberleitung der Dammerstocksiedlung) entworfen wurde, in seiner Stadt? 
Getan IV eine Radtour in die Oststadt gemacht
Gelesen „The Future is...“ — 14 Comiczeichnerinnen erzählen, wie sie sich die Welt in 100 Jahren vorstellen. Ich feier Graphic Novels und ich mag die Illus von Malwine Stauss. Wegen ihr habe ich mir dieses Buch gekauft. Irgendwann einmal hat mein Bruder damit angefangen, mir Graphic Novels zu schenken und mich angefixt
Getrunken zwei Radler im Club, dazwischen Wasser, und trotzdem Kopfweh gehabt am nächsten Tag. Unfassbar
Gegessen die Sachen, die die Kinder mir an meinem Geburtstagsfrühstückstisch gerichtet haben. Awwww. Nur echt mit Breze, hehe
Gelacht I als ich im Club kurz verschwinde und wieder zurück zu P komme, hat sich ein Typ neben sie gesetzt und sie auf englisch angesprochen. Später hat sie mir erzählt, dass er gefragt hat: „Are you alone here?“ Und sie meinte: „No, with my mom“. Ich hab mich totgelacht. Ich glaube, das hat noch nie ein Typ zu hören bekommen, dass ein Mädchen mit seiner Mama im Club ist, hahaha. Als wir am nächsten Tag L von diesem Incident erzählen, bekommt sie auch einen Lachflash
Gelacht II ich schlurfe morgens in die Küche und sehe ein A5-Blatt voll mit blauer Kritzelei. Sieht wirklich sehr dekorativ aus. „L, hast du das gemacht??“ „Jaa, ich hab heute Nacht in der Küche noch bisschen gelernt und danach alles wieder durchgekritzelt.“ „Und nebenbei meinen ganzen Kuli leergemalt, haha.“
Gelacht III P erzählt aus Heidelberg. Eine Studienfreundin spricht sie auf ihre Schuhe an: „Was hast du für coole Schuhe! Sind die neu?“ P: „Die hat mir meine  Schwester geschenkt, die hat ihren Schrank ausgemistet.“ „Ohhh! Kann ich irgendwie eure Schwester werden?“
Gefreut I über Stories von Einheimischen. Als wir an der Pagodenburg in Rastatt herumlaufen, kommen wir an einer kleinen Kapelle (Einsiedelner Kapelle) vorbei und wollen mal schauen, ob die Türen offen sind. Leider nein. Da nähert sich uns eine ältere Dame und erzählt, dass in der Kapelle eine schwarze Madonna steht. Dann folgt die Kurzfassung einer Geschichte, die ich noch einmal genauer nach-lesen musste: „Die Einsiedelner Kapelle in Rastatt ist eine Kapelle, die 1715 von Johann Michael Ludwig Rohrer als Nachbau einer Kapelle von 1709 aus dem Schlackenwerther Schlosspark erbaut wurde, die ihrerseits wieder ein Nachbau der Wallfahrtskapelle Maria Einsiedeln in Einsiedeln im Schweizer Kanton Schwyz war. Die Markgräfin Franziska Sibylla Augusta war mehrmals nach Einsiedeln in der Schweiz gepilgert, da der erstgeborene Erbprinz Ludwig Georg nicht mit dem Sprechen beginnen wollte. Als der Erbprinz nach einer Wallfahrt schließlich doch zu sprechen begann, ließ die Markgräfin 1709 in Schlackenwerth eine Kopie der Kapelle von Einsiedeln nach Originalplänen erstellen. Die Markgräfin, so wird vermutet, wollte mit dem nochmaligen Nachbau der Kapelle in Rastatt für den Rastatter Friedensschluss von 1714 danken“. (Quelle Wikipedia). Die schwarze Madonna hätte mich wirklich sehr interessiert, aber dafür muss man wohl eine Führung machen. Die Frau weiter: „Ich war früher als Kind oft in dieser Kapelle. Wenn ich Angst hatte vor etwas in der Schule, bin ich hier hergekommen, und hab mich in die Kirche vor die schwarze Madonna gesetzt.“ Solche Begegnungen liebe ich — wenn einem einfach random liebe Menschen eine kleine Geschichte erzählen. Auch P war beeindruckt und bezaubert. Es ist so einfach und doch passiert es so selten
Gefreut II über das sagenhafte Wetter zur Zeit. Warm und kühler Wind, wie eine leichte Meeresbrise. Dieses Licht und diese schönen Schatten- oder Lichtspiele, die daraus entstehen... Auf meinem Schreibtisch, im Wohnzimmer und draußen...
Gefreut III mal wieder den alten Ferrari vom Nachbarn zu sehen. Der switcht nämlich immer zwischen seinen Autos. Ich frage mich, wo er die alle untergestellt hat. Ich hab 7 gezählt
Geärgert dass meine Lieblingssandalen kaputt gegangen sind. Und zwar am Schluss unseres Ausflugs nach Rastatt. Ich musste barfuß nach Hause fahren. P ganz entsetzt: „Darf man das??“ (Laut ADAC soll man es unbedingt vermeiden, hab ich eben recherchiert, ouhh) Ich überlege ernsthaft, ein Paar Ersatzschuhe im Auto zu deponieren. Aber wer kommt denn auf so was?
Gestaunt über crazy Eichhörnchen-Geschichten. Es klingelt unten an der Tür: „Ich bin’s, P.“ Sie hatte wohl ihren Schlüssel vergessen. Ich drücke den Türöffner und lass die Wohnungstüre angelehnt. P kommt ewig und ewig nicht. Ich denke schon, ob ich es falsch verstanden habe und das war gar nicht P. Sie kam aber doch irgendwann die Treppen hoch. „Wo warst du so lange?“ P: „Junge, ich wurde aufgehalten. Da ist ein Eichhörnchen an den Kabeln über der Straße herumgeturnt und hat einen Schlag gekriegt. Man hat es spratzeln gehört, dann gab es einen Knall und das Eichhörnchen lag auf dem Gehweg!! Ein Kind mit seiner Mama lief gerade vorbei und das Kind meinte: 'Was machen wir denn jetzt? Wir können das Eichhörnchen doch nicht einfach so liegen lassen!!' Die Mutter war auch überfordert. Nach kurzer Erholungspause hat sich das Eichhörnchen wieder berappelt und ist davon gesprungen.“ Aiaiaiai
Gelernt was Ick heißt. Ich hab das schon öfter gehört, aber wusste die Bedeutung nicht. P und ich haben es von Birkenstocks. Es gibt in ihren Augen nur ein einziges Modell Birkenstocks, das gut ist, nämlich das Modell Boston. Ansonsten: „Wenn ein Junge die Birkis mit den zwei großem Schnallen an hat (Modell Arizona), ich sag ehrlich — der größte Ick.“
Gekauft Sandalen

Schönes Wochenende!



















































Samstag, 25. April 2026

Blick zurück

Gesehen „Palast der Republik — Honeckers Traum aus Marmor und Asbest“ in der ARD-Mediathek. So interessant! Gregor Gysi erzählt im Film, dass ein Gebäude in Berlin erst akzeptiert ist, wenn es einen Spitznamen hat. Der Palast der Republik hieß „Erichs Lampenladen“ — im Foyer hingen zahllose runde Glasleuchten. Ich bin immer noch sad, dass sie dieses Gebäude abgerissen haben (und dann so ein komisches auf alt gemachtes Schloss hingestellt). Als ich 2007 eine Schifffahrt auf der Spree machte, war die PdR-Fassade noch da...
Getan I die Ausstellung „konkrete fantasia“ an der Kunstakademie besucht. Ich freue mich, als ich in einer Collage (die ich eh so mag, generell) eine der schönsten Treppen, die ich kenne, entdecke (hier, Bild 22)
Getan II die Graduiertenausstellung der HfG besucht. Ich bin erst mal im ZKM herumgeirrt, weil die Ausstellung diesmal in einem anderen Bereich war. Tolle Arbeiten. Bei der Tränenbar hab ich auch ein Lacrimarium befüllt mit meinen Gedanken dazu. Großartige Idee
Gelesen die Erfolgsgeschichte eines Mannes, der über 30 Jahre lang in der Filmbranche tätig war und 2012 seine erste französische Bäckerei in München eröffnete, hier. Mir wurde auf Insta zufällig ein Post von Dompierre angezeigt und dann hab ich, wie so oft, gegoogelt. Hier um die Ecke hat gerade auch was Französisches aufgemacht, wo ich unbedingt demnächst mal hin muss: Theodor, eine Patisserie
Getrunken Kaffee aus den „Geburtstagstassen“. Die kleinen blau-weißen Tässchen von meiner Omi werden nur an Geburtstagen aus dem Schrank geholt, so wie jetzt an Ps Ehrentag. Die Drapierung von Rafaello und Ferrero Rocher rund um die Vasen war Teil einer „Choreo“ für den Geburtstagstisch, die P mir aufskizziert hat, hahaha
Gegessen Pizza wie aus Napoli. Delizioso! Der Teig für diese Art Pizza geht 72 Stunden und sie wird sehr heiß aber dafür nur sehr kurz gebacken — 60 Sekunden (K konnte es nicht glauben)
Gelacht I dass Ps US-Studentin erstaunlich gut informiert ist. P: „Sie ist smart und interessiert! Ihre Eltern sind beide Professoren an einer Uni in Houston. Sie hat mich gefragt, warum unser Bundesland Baden-Württemberg heißt und warum die Württemberger die Badener nicht leiden können und umgekehrt. Und warum man badisch sagt, aber nicht württembergisch sondern schwäbisch. Ohaaa...  Bei manchem bin ich selbst überfragt. Ich hab ihr aber gleich mal erklärt, dass wir hier in Heidelberg sind und dass das Baden ist und dass Baden cooler ist.“ Lol. Ich hab neulich erst erfahren (in einem TV-Beitrag über Stuttgart im SWR), dass der Württemberg (411 m) in Stuttgart ist, aiaiai! Auf dem Berg steht ein Mausoleum, umringt von Weinbergen mit sagenhaftem Ausblick. Ich muss da mal hin!!
Gelacht II dass im ZKM auch ein Fenster mit einer roten Folie ist. Wie bei mir zuhause (im ZKM aber bissl größer). Ich freue mich jeden Tag an meiner kleinen „Installation“. Jedes Mal fällt das Licht anders und man hat einen anderen Effekt im Vorhang
Gelacht III über die Ähnlichkeit einer G-Klasse mit Ks Traumkoffer
Gefreut I dass es im Wald so schön ist. Die Blätter sind noch ganz frisch hellgrün und es ist so ruhig... Und diese gute Luft. Ich hab mir P geschnappt und wir sind nach Ettlingen-Spessart zum Waldlehrpfad gedüst und haben den kleinen Rundweg gemacht. Die Wolken waren an diesem Tag wie gemalt. Ich sag dann immer zu P: „Schau mal, diese Magritte-Wölkchen.“ Anschließend haben wir uns in der süßen Fußgängerzone von Ettlingen zwei Cappuccini gegönnt und an der Alb in der Sonne gechillt
Gefreut II dass die Blümchen, die ich mir auf der Wiese beim Wald gepflückt habe, bis zu Hause durchgehalten haben und nach kurzem Schwächeln wieder aufgeblüht sind
Geärgert I wenn ich ein Wordle mal nicht rausbekomme, hehe. Manchmal ist es aber auch fies, wenn man z.B. nicht mit einem englischen Wort rechnet
Geärgert II dass mein Wecker nicht geklingelt hat
Gelernt I wie diese Malerei am Ettlinger Schloss heißt: Scheinarchitektur. Dann hab ich mich gefragt, ob die Lüftlmalerei in Garmisch auch zur Scheinarchitektur zählt. Laut Google: „Ja, Lüftlmalerei ist eine Form der Scheinarchitektur (auch Illusionsmalerei oder Trompe-l’œil genannt). Sie nutzt Licht, Schatten und Perspektive, um auf glatten Fassaden dreidimensionale Architekturelemente wie Säulen, Fensterrahmen, Nischen oder Stuckaturen vorzutäuschen.“
Gelernt II dass man nicht abgestempelte Briefmarken nicht einfach ablösen und wieder verwerten kann bzw. darf. Rechtlich gilt sogar: „Wiederverwendung gebrauchter Marken verstößt gegen die AGB der Deutschen Post und kann strafrechtlich verfolgt werden.“ Ohaaaa, krasss
Gestaunt über das neue LACMA, David Geffen Galleries, in Los Angeles, das der fast 83-jährige Schweizer Architekt Peter Zumthor entworfen hat. Zwanzig Jahre hat es gedauert bis zur Realisierung! Hier ein Bericht auf SRF.ch
Gekauft Briefmarken. Ich mag das Luise-von-Preußen-Motiv sehr

Schönes Wochenende!