Dienstag, 16. Juni 2026

Architektur-Highlight: Die Pfingstbergkirche in Mannheim

Der Weg zu der Kirche in diesem Post war wie so oft verschlungen. Im April führte mich ein trauriges Ereignis in die Heimat. Das Krankenhaus in meinem Heimatort steht auf einem Hügel, schön gelegen ganz nah zu Streuobstwiesen — und zu einem Wohngebiet mit ein paar interessanten Häusern. Damals parkte ich meinen Wagen vor meinem Lieblingshaus dort oben. Ich erinnerte mich, dass in diesem Haus die Familie wohnte von einem Jungen, der mit mir auf der gleichen Schule war. Also hab ich versucht, ihn über das Internet zu kontaktieren, mit der Frage, ob er wisse, wer der Architekt seines schönen Elternhauses ist. Nach vier Wochen kam eine Antwort: Das Haus sei in den 1970er Jahren gebaut worden und der Architekt hieße Mutschler und käme aus Mannheim. 

Mit diesen Informationen konnte ich „arbeiten“. Carlfried Mutschler (1926-99) studierte Architektur an der Technischen Hochschule in Karlsruhe und legte seine Diplomprüfung 1951 unter Egon Eiermann ab. Zu dem Wohnhaus in meiner Heimat konnte ich zwar leider nichts im Netz finden — dafür entdeckte ich aber eine spannende Kirche in Mannheim von dem gleichen Architekten (und zwar hier auf der Seite sobrutalism.org — sehr sehenswerte Seite!). Als ich P den Link schicke, mit der Ansage „Da müssen wir hin!“ meint sie auch „Krass, sieht gar nicht aus wie eine Kirche!“ 

Ein paar Wochen später haben wir dann tatsächlich einen Kirchen-Ausflug nach Mannheim gemacht. P hatte eine kleine Bedingung: „Ich fahr mit dir da hin, wenn du mich danach in Heidelberg dropst.“ Na klar! Deal! 

Als wir von der Autobahn abfahren und auf die Bundesstraße nach Mannheim-Rheinau biegen, kommen wir plötzlich in einen Schwarz-Blau-Rausch. Es ist so kurios — jedes Straßenschild ist von hinten vollflächig in den Vereinsfarben von Waldhof-Mannheim besprüht. Wirklich jedes einzelne Schild (und es gibt viele Schilder!). Da haben die Ultras ja mal richtig Zeit und Mühe (und Geld für die Sprays) investiert, hahaha. Hab ich so noch nirgends gesehen.

Zuerst machen wir einen kleinen Zwischenstopp bei der Versöhnungskirche aus den 1960er Jahren von Helmut Striffler, ein ebenfalls überwiegend in Mannheim tätiger Architekt (von ihm stammt die auch sehr sehenswerte Versöhnungskirche in Dachau). Auf der Homepage der Evangelischen Kirche in Mannheim steht: „In Mannheim wohl einer der provozierendsten Kirchenneubauten nach 1945.“ Ich finde sie super! Leider ist die Kirche verschlossen.

Das sollte leider bei der Pfingstbergkirche von Carlfried Mutschler auch so sein. Aber allein die Außenansicht hat sich so was von gelohnt! Was für eine Kirche! Als wir vor ihr stehen, sind wir total eingenommen und überschlagen uns vor lauter Wows. Kein Witz. Dieser riesige Bau mit dem vielen Glas ergreift einen wirklich! Ich habe noch nie eine Kirche gesehen, die solche Fenster hat — man kann quasi durch die Kirche hindurchsehen. Die Kirche liegt wie in einem Park, sie ist umgeben von vielen großen Kiefern. Ein einziger Traum! Selbst P sagt: „Wirklich beeindruckend“, das hab ich von ihr so noch nie gehört. Sie schaut sich alles ganz interessiert und intensiv an, das freut mich besonders. Auch diese Details, die runden kleinen Glasbausteine in dem Treppenaufgang (?), die Typo an der Fassade neben dem Eingang, ... Einfach alles! So schade, dass viele Kirchen heutzutage nur noch zu Gottesdiensten geöffnet sind. Und so konnten wir diese faszinierende Kirche leider nur von Außen in Augenschein nehmen. Aber allein dafür hat sich der Weg von Karlsruhe nach Mannheim gelohnt!




















































Samstag, 13. Juni 2026

Blick zurück

Gesehen eine Doku über die Sportfreunde Stiller in der ARD Mediathek. Gute, kurzweilige und aufschlussreiche Doku (auch wenn ihre Musik nicht meine ist). Manche Worte sind hängen geblieben, vor allem die von Rüde. Ich mag solche Band-Geschichten sehr. Wie ja auch die von Wanda, die Marco Wanda in seinem Buch erzählt (hier im Blick zurück aus dem September 2025). Beide beschreiben immer wieder dieses krasse Freundschaftsgefühl („Uns kann keiner was“) innerhalb der Band sehr stark. Das muss toll sein. Rüde meinte, die Band und dieses Gefühl gebe ihm Halt und sei das beste, was er sich vorstellen kann. Weil ihm das so eine Stütze ist im Leben: „Ich habe größten Respekt vor allen Menschen, die keine Band oder Musik haben.“ Quasi, dass sie das Leben trotz allem (also ohne diese Kraft, die Band), meistern. So habe ich es verstanden
Gehört Pavlovs Dog — Julia, auf der Autobahn, am Weg zurück von Heidelberg
Getan I die Kirche besucht, in der ich getauft wurde, St. Hedwig in der Waldstadt. Sehr außergewöhnliche Kirche — ich hab noch nie bemalten Sichtbeton gesehen. Bei meiner Taufe krähte ich scheinbar die ganze Kirche zusammen, erzählt Mama. Aber der Pfarrer fand witzige Worte dafür
Getan II durch die Ausstellung „Blind Spot“ von Jakob Seckinger & Cornelius Erschig im Gewächshaus des Botanischen Garten spaziert. Klein aber fein. Ich liebe es, wenn Ausstellungen an ungewöhnlichen Orten stattfinden (so wie letztens im Freibad!!). Diese ganzen tollen Pflanzen dort sind sowieso alles Kunstwerke, die Ananas, die Artischocken, die Seerosen (kein Wunder hat Monet die so gerne gemalt), die skulpturalen Kakteen. Und ich fand auch die grünen Stühle und Bänke sehr toll
Getan III WM-Bollen im Wohnzimmer aufgehängt, lol
Gelesen einen Bericht mit Fotos von Jürgen Teller über Ks Lieblingsspieler, Michael Olisé, bei dem wir jedes Mal nicht wissen, wie sein Name eigentlich korrekt ausgesprochen wird, weil jeder Kommentator was anderes sagt... 
Getan III P nach Heidelberg gefahren und auf dem Weg dahin noch zwei ganz besondere Kirchen in Mannheim besichtigt. Die brauchen aber einen eigenen Bericht (folgt bald). Bin immer noch geflasht
Getan IV die Ausstellung „Neue Deutsche Malerei“ von Tino Zimmermann im Kunstmuseum Karlsruhe besucht. Ich mag, wie er die Männchen malt. Und die Farben
Getrunken zu viel Kaffee
Gegessen viel, viel Wassermelone. Und Milchreis aus Nicht-Milchreis. Ich kann ja nichts wegwerfen, und so hab ich übrig gebliebenen Basmatireis mit Milch, Zimt, etwas Zucker und Früchten gemischt und hatte ein formidables Dessert, hehe
Gelacht I über ein lustiges Feature von Google (hab auf Insta davon gelesen, wo auch sonst?): Wenn man in der Suche „Nick Woltemade“ eingibt, fragt Google „Meintest du: Rudi Völler?“. Funktioniert auch umgekehrt, müsst ihr mal ausprobieren. Hahaha
Gelacht II weil die lustigen gelben (doigt d’honneur-)Blumen jetzt wieder blühen und mich bei meinem Wocheneinkauf begrüßen, die stehen nämlich sehr zahlreich in der Nähe meines Supermarkts. Ich muss echt jedes Mal lachen, wenn ich die sehe
Gefreut über den neuen Bermudas-Style, zusammen mit P. Feier ich
Geärgert I dass K null auf mich hört und immer noch gegen die Fahrtrichtung parkt. Da lacht der Frechdachs nur. Bis es mal ein Ticket gibt...
Geärgert II dass manche Menschen überall stänkern müssen, sogar im Gästebuch vom Museum. Berechtigte, bzw. konstruktive Kritik ist ja super, aber so was? 
Gelernt I von P wie auf Jugendsprache in Frankreich „ich liebe es“ heißt: „Je kiffe“
Gelernt II von K was „abgemacht“ auf Jugendsprache heißt: ight bet. Wie er gleich die Erklärung von Google liefert, haha
Gestaunt über einen Tankdeckel mit Signatur an einem Mannheimer Porsche. Ich dachte, es ist vielleicht irgendeine Sonderedition von Porsche mit speziellem Aufdruck, aber es stellt sich heraus, dass der Rennfahrer Walter Röhrl wohl tatsächlich persönlich unterschrieben hat (P hatte mal wieder recht!). Hui (Beweis hier)
Gekauft I einen StanleyXJuventus-Cup (wegen des Js und wegen der lustigen Streifengrafik — und ja, auch, weil er Getränke lange kühlen oder warm halten kann, hehe)
Gekauft II Dosentomaten, die zu meiner Tasse passen, haha
Gekauft III eine lustige Karte von Rembrandt im Kunstmuseum (die kleine Original-Radierung hatte ich 5 Minuten zuvor noch live gesehen). Ich mag den Gesichtsausdruck — und den humorvollen Titel: „Selbstbildnis mit gerunzelter Stirn“. Ich finde, das Bild sieht voll modern aus — dabei ist es voll alt, von 1630. Verrückt

Schönes Wochenende!