Samstag, 11. April 2026

Blick zurück

Gesehen Neapel — Stadt der Künste in der ARD Mediathek. Ich wusste gar nicht, dass Neapel früher die drittgrößte Stadt in Europa war, nach London und Paris und dass dort eine große Kunstszene war... Die „Neapoletanische Malerei“ bezeichnet eine eigene Kunstrichtung in der Malerei (16. bis 18. Jahrhundert)! Und dieses Pompeji — so faszinierend! Ein sympathischer Deutscher, Gabriel Zuchtriegel, leitet seit 2021 diese Wahnsinns-Ausgrabungsstätte. Ich finde so krass, dass 79 n. Chr. diese Stadt durch den Ausbruch des Vesuvs begraben wurde und trotzdem heute noch wunderschöne Fresken an den Wänden zu sehen sind — damals habe man die Wände immer wieder neu übermalt, so wie man heute Tapeten wechsele, sagte der Direktor. Pompeji wurde im 18. Jahrhundert wieder entdeckt. Soo interessant
Gehört und seeehr gelacht, als K ins Bad verschwindet und aus der Box „Robin S — Show Me Love“ dröhnt. Ich dann zu L: „Hahaha, das ist ja voll das alte Lied! Das haben wir früher gehört. Woher kennt ihr das? Von TikTok??“ „Jaa.“ Der Song ist von 1993!!
Getan I endlich meinen neuen Führerschein abgeholt — längst überfällig (hier zu den Fristen für den Führerscheintausch). Aber ich wurde in meinem ganzen Leben bisher ein Mal kontrolliert. Das war, als ich über eine „rote“ Ampel gefahren bin, vor Jahrzehnten. Ich war auf dem Weg zur Berufsschule nach Karlsruhe und wurde von einem Polizeimotorrad herausgezogen. Danach sah ich den Polizisten vor Gericht wieder — er behauptete, die Ampel sei rot gewesen; ich war der Meinung, sie war orange. Aussage gegen Aussage, hehe. Der Richter fragte mich ganz am Anfang der Verhandlung: „Als erstes muss ich Sie fragen, wie alt Sie sind? Sie sehen so jung aus und ich bin erst für Menschen ab 21 zuständig.“ Das war lustig. Er hat dann einen okayen Kompromiss gefunden
Gelesen über Mark Twain, hier. Mein Papa hat uns nämlich ein Buch namens „Bummel durch Deutschland“ von Mark Twain zukommen lassen, in dem es u.a. um seinen Aufenthalt in Heidelberg geht. Ich hatte keine Ahnung, dass Mark Twain dort eine Zeit lebte — und dass er diese Stadt so liebte. Im Buch heißt es: „Man sagt sich, dass Heidelberg bei Tag die äußerste Möglichkeit des Schönen darstellt.“ Im Zuge einer eingehenderen Recherche bin ich dann auf die Homepage oben gestoßen. Am besten gefällt mir, wie humorvoll Mark Twain scheinbar war. Er hatte außerdem ein ambivalentes Verhältnis zur deutschen Sprache, haha„…went down to Mannheim to see King Lear played in German. It was a mistake.“ oder „My philological studies have satisfied me that a gifted person ought to learn English (…) in 30 hours, French in 30 days, and German in 30 years.“ oder „Some German words are so long that they have a perspective. Observe these examples: Freundschaftsbezeigungen. Dilettantenaufdringlichkeiten. Stadtverordnetenversammlungen. These things are not words, they are alphabetical processions.“ 
Getan II K bei der ersten Steuererklärung seines Lebens geholfen
Getrunken einen Latte Macchiato am Rhein (warum hat man eigentlich auf Fotos so oft die Augen zu? L ja auch)
Gegessen Auszogne. Auf vielfachen Wunsch einer Einzelnen (hier L) hab ich die mal wieder gemacht. In letzter Zeit lag sie mir oft in den Ohren: „Wann machst du wieder Auszogne??“. Als ich gerade am Werkeln bin, kommt K in die Küche. „Was machst du da?“ Ich: „Auszogne.“ K: „Wie?“ „Auszogne. Weißt du nicht mehr, was das ist?“ „Nee.“ Scheinbar haben die nur bei L so großen Eindruck hinterlassen, haha
Gelacht über heutige Kommunikationstechniken. P ist im besagten Club in Paris (siehe Gestaunt) und steht auf dem Dancefloor. Da kommt ein Franzose an und sagt zu ihr: „T’es magnifique!“ (ja er sagte es genauso, abgekürzt, ohne das u nach dem t) und sie dann: „Merci“ Der Junge will ein Gespräch auf Französisch beginnen, aber P versteht nicht viel: „Je suis allemand.“ Da zückt der Junge sein Handy und benutzt für seine weitere Kommunikation die Übersetzer-App, lol
Gefreut I über Mitbringsel und weitere Fotos aus Paris. P kennt mich gut. Sie weiß, dass ich mich über einen ganz normalen Schreibblock oder über Kunstkärtchen mehr freue als über irgendwelche Standardsouvenirs. An einem Tag schrieb sie mir von dort: „Kennst du Henri Rousseau?“ „Ja, warum? Dessen Dschungelbilder haben wir im Kunstunterricht durchgenommen.“ „Ich schaue mir gerade eine Ausstellung von ihm an im Musée l’Orangerie.“ Awww. Allein der Ausstellungsflyer, den sie vom Museum mitbrachte, ist top. (Bei der Evian-Flasche fragte sie mich das gleiche: „Kennst du Jeff Koons?“ „Jaaa natürlich!“ und L klinkt sich ein: „Ich mag seine Kunst.“) „Für Sehenswürdigkeiten hab ich genau 0 EUR ausgegeben. In die ganzen Kirchen und Museen kommst du umsonst rein. Ich hab eigentlich nur Geld für Essen gebraucht. Am letzten Tag hab ich mich mal überwunden, auf französisch zu bestellen: 'Je voudrais un pain au chocolat et un croissant, s’il vous plaît' und die Frau hinter der Theke zeigt null Regung, sagt einfach nichts, sagt noch nicht mal den Preis. Wie arrogant kann man sein? Sollen sie doch froh sein, dass jemand Respekt hat und versucht, in ihrer Landessprache zu kommunizieren. Ich verstehe es nicht.“ 
Gefreut II über ein Bouquet Blümchen für den Balkon von meiner Mama. So eine schöne Oster-Tradition <3 Und diesmal sind alle Blümchen weiß — oder im Jargon meiner Kinder „clean“, hehe. Mir war neu, dass es weiße Vergissmeinnicht und weiße Veilchen gibt! 
Gefreut III über die Lichtreflexe meiner Armreifen, als ich auf dem Balkon in der Sonne sitze und mein Buch von Arno Rink zu Ende lese. Ich bin immer traurig, wenn ein gutes Buch endet. Diesmal auch. Auch wenn es sehr, sehr traurig war (Depressionen plus Krebs — was manche Menschen aushalten müssen, ist schlimm)
Geärgert dass ausgerechnet bei wichtigen, eiligen Drucksachen der Toner streikt. Ja, jemandem zu sagen, dass man ihn liebt, ist wichtig. Sehr wichtig
Gestaunt I über Pizza-Preise in Paris. P: „Wir waren ein Mal Pizza essen. Eine Pizza hat 25 EUR gekostet.“ 
Gestaunt II dass es keine nicht-alkoholischen Getränke gibt in dem Club, den P in Paris besucht hat (Duplex heißt der, von dort stammt auch der Shot-Gutschein auf dem Souvenir-Foto). P: „Ich trinke ja keinen Alkohol mehr und ich wollte mir an der Bar ein Cola bestellen. Das gab es da nicht! Dann hab ich gesagt, ich möchte ein Wasser — und selbst das gab es nicht!! Die haben mir einfach einen Becher gegeben und damit sollte ich zur Toilette gehen und mir Wasser vom Hahn holen!! Immerhin war das kostenlos, hahaha.“ „Wie bitte?? Und schmeckt das Leitungswasser da auch so nach Chlor, so wie in den USA?“ „Jaaa.“ Oh nooo
Gelernt wie Handtücher auf Französisch heißen. P meint: „Die heißen serviettes. Meine französische Freundin sagt immer zu mir auf deutsch, wenn sie ein Handtuch holt: Ich brauche eine Serviette.“ Wie süß
Gekauft einen Gedichtband* von Cees Nooteboom (bei der Unterschrift hab ich erst überlegt, ob die gedruckt ist oder echt. Ich fürchte, ersteres). So lustig, wie in niederländischen Namen oft diese Doppelvokale vorkommen. Die Mutter eines ehemaligen Klassenkameraden von K hieß Roos, der Sohn Daan. Der Sohn meiner Freundin heißt mit zweitem Vornamen Jaap. Cool

Schönes Wochenende!

*Selbst

So gefestigt in seiner Einsamkeit
wie ein Schiffswrack aus Bronze gegossen,

so betrachtet er die Glücklichen 
auf ihren ewigen Feldern 
am Ende eines Alls.

Andere Menschen in einer abwesenden Welt, 
in der seine Gesten nicht gelten, 
seine Worte nicht wahr sind.

Wo er lebt, dort heißen die Dinge anders, 
da kauft man seine Genesung mit Geld, 
das man selber herstellt aus Stroh und 
aus Tränen.

Dort wollen die Kreise nicht rund sein, 
die Zahlen nicht brechen.

Dort beschließt man das Ende von

Selbst.


















Samstag, 4. April 2026

Blick zurück

Gesehen Étretat forever — Biografie eines Sehnsuchtsorts in der arte-Mediathek. So gut
Getan I Zeug aussortiert und den Sperrmüll auf Abruf bestellt
Getan II durch meine liebste Gegend flaniert, um die Hildapromenade herum. Wie schön, dass die Blüten und Blätter jetzt spriesen. Die rosafarbenen Blüten sahen aus wie aus Seidenpapier. Bald ist alles grün
Gelesen I im neuen Fluter Magazin (hier kostenlos abonnieren), so ein gutes Heft. Ich kann es nur immer wieder sagen (eigentlich für Junge, aber auch für Alte toll, hehe)
Gelesen II mal wieder im „The Art of Watching“ Buch von Rob Walker und nebenbei von einem tiny Museum in New York erfahren, das ich nicht kannte — dem mmuseumm. Unter der Überschrift „Discover the big within the small“ wird eine kleine Anekdote* aus der Familie des Museumsgründers, Alex Kalman, erzählt. Faszinierend und amüsant gleichzeitig — ich mag crazy Leute. So was könnte ich mir auch vorstellen, allerdings wären es bei mir keine Zwiebelringe, hehe
Getrunken Limo im Park. Die Sonne hat das Licht so schön gebrochen durch die Kohlensäurebläschen und das blaue Glas auf mein rosa Schreibpapier
Gegessen eine etwas deformierte, schwäbische Brezel. In den letzten Tagen hab ich oft Brezeln gekauft (aber so eine hatte ich noch nie). So oft, dass L vom Heimweg einen Snap schickte, in dem sie fragt: „Gibt es heute wieder Brrrezen? Ich liiiebe Brrrezen!“ (mit gerolltem R und bayerisch ausgesprochen, so funny). Als L zuhause ihre Brezel verdrückt hatte, stellt sie fest: „Die bayerischen Brrrezen schmecken viiiel besser!“ Find ich auch
Gelacht I über einen AirTag-Darstellungsfehler in meiner „Wo ist?“-App. Ich will schauen, wo das Auto steht, weil wir an ständig wechselnden Orten parken — und dann zeigt die App einfach alles dunkel an. Auch mein eigener Standort stimmt nicht, ich befand mich definitiv nicht direkt neben dem Auto, haha
Gelacht II K hat Husten und Halsweh und ich binde ihm eins meiner Bandanas um. K: „Bin ich jetzt ein Crip oder ein Blood? Ein Blood, oder?“ „Wegen des Bandanas? Sind das irgendwelche Gangs?“ „Ja! Die tragen zur Erkennung Bandanas. Die Bloods rote, die Crips blaue.“ „Woher weißt du das? Aus Filmen?“ „Ja, unter anderem.“ Ich musste, wie so oft, erst mal googeln
Gelacht III P trifft sich mit ihrer Freundin, die aus Berlin angereist ist, im Café. Danach liegt plötzlich auf dem Tisch ein Geschenk mit Weihnachtspapier. Ich, neugierig wie immer: „Was ist das?“ P: „Das ist mein Geburtstagsgeschenk von E. Sie hat gesagt, sie hatte nur noch dieses Geschenkpapier zum Verpacken.“ Süß
Gelacht IV über eine neue „Tasche“ im Chat mit meiner Insta-Freundin
Gefreut über Fotos aus Paris. Ganz schön voll dort, ohaaa. Und mich gewundert, dass P mit dieser großen Tasche in den Louvre reingekommen ist. Ich muss hier immer sogar mein Handtäschchen einschließen
Geärgert dass ich dienstags vor verschlossenen Türen stand beim ZKM. Ich dachte, es ist nur montags zu. Dafür konnte ich ein paar nette Spiegelungen in Fenstern einfangen. Die gelben Felder zwischen den Sprossen haben mich dazu inspiriert, zuhause auch mal wieder mit roter Folie herum zu knipsen. Witziger Effekt
Gewundert I über einen neuen Haar-Trend. P: „Hast du schon mal was von French Twist gehört?“ „Hö, nein.“ „Dafür braucht man eine Nadel/Pin, mit der man die Haare in einer bestimmten Art hochsteckt. In Paris gibt es Läden, da bieten sie diese Nadeln an und zeigen dir, wie man die richtig ins Haar einarbeitet. Das kostet 40 EUR. Mach ich natürlich nicht. Ich hol mir nur die Pin dort, aber die Anleitung schau ich mir im Netz an, ich geb doch keine 40 EUR aus für so was.“ Bin gespannt, was sie sonst noch so aus Paris mitbringt. Als sie ihre Zugverbindung checkt, ist sie ganz erstaunt: „Ohh, der Zug hält nach Karlsruhe nur noch einmal in Strasbourg — und dann kommt schon Paris!“ „Wie lange fahrt ihr mit dem TGV?“ „Hm, 2 Stunden 40.“  So cool, dass das so schnell geht von hier
Gewundert II als ich an der Ampel stehe und einen kleinen lustigen Wagen vor mir habe. Scheinbar ein mobiler Autoputzdienst; ich informiere K dazu. Aktuell übernehmen wir das immer selbst, aber nette Idee. Ich google nach dem Anbieter... ziemlich kostspielige Angelegenheit — und immer noch viel teurer als die Waschstraßen-Abzocke von letzter Woche
Gestaunt I als P was von drüben erzählt: „Immer, wenn ich in den USA sage, wie ich heiße, antworten viele, 'ah ich kenne jemand, der auch so heißt'. Meistens sind diese Jemands dann  Grannies. Aber mit Y! 'Phyllis' ist dort ungefähr so ein Name wie Omas Name, Renate.“ Lol. Immerhin hab ich ihr unbeabsichtigerweise einen internationalen Namen gegeben, auch wenn sich P immer beschwert, dass sie gerne ein Y darin gehabt hätte
Gestaunt II für die Rücksendegründe, die ich auswählen kann, als ich ein Kleid zurückschicken will
Gestaunt III wie lange Wachtveitl und Nemec schon den Tatort machen (35 Jahre!). In der Kulturzeit kam ein kleiner Bericht über die beiden, weil sie als Leitmayr und Batić morgen und übermorgen das letzte Mal zu sehen sein werden. Mochte sie sehr gerne
Gestaunt IV wie das kleine hochgesetzte Sternchen auf Englisch heißt. Bisschen wie eine Mischung aus Asterix und Risk, funny
Gelernt englische Wörter, die nicht englisch klingen. Neulich sah ich in einem Kommentar auf Insta das Wort Mezzanine, es ging um ein Kinotheater. Ich frage P: „Kennst du das Wort Mezzanine?“ „Nein. Was heißt es?“ „Empore oder Zwischenebene“. „Ahh. Und kennst du Gazebo?“ „Nein. Was bedeutet das?“ „Pavillon.“ So ging das immer weiter mit „foreign words“ (ich nenn das jetzt mal so). „Weißt du, was Fugazi bedeutet?“ „Nein.“ „Fälschung, zum Beispiel bei Schmuck.“ „Und hast du eine Ahnung, wie die New Yorker zu einem Lebensmittelladen sagen?“ „Noo. Wie?“ „Bodega.“ Haha... So interessant
Gekauft schon mal Schnapszahlen für Ps Geburtstag. Sie hat mir genaueste Anweisungen aufskizziert, wie die Tafel aussehen soll, welche Blumen drauf sollen (weiße und rosane Tulpen), in welche Vase, welche Servietten (die blumigen von Marimekko), welches Gebäck sie wünscht (z.B. Snickers Brownies) etc pp. Sweet 

Schönes Wochenende!

*
Alex Kalman openly acknowledges the influence of his parents, designer Tibor Kalman and artist Maira Kalman. „Every household has a first language, a kind of language of the home“, he says. „And luckily for me the language of my home was looking; I was just kind of raised to look around.“

This means Kalman was also raised to discover the surprising within the workaday, by way of seeing deeply. He remembers, for instance, coming home from school one day to find someone installing a collection of onion rings — the kind you’d get from a greasy spoon — with ‘unbelievable precision’, in the living room. His parents, evidently, had decided these objects were worth serious consideration. In short, Kalman has spent „a lifetime of looking carefully“, he said, „and seeking out the humanity and the humour and the absurdity in things“.


































Samstag, 28. März 2026

Blick zurück

Gesehen zwei Wahnsinnsfilmchen über Wahnsinnsarchitektur in Kalifornien in der arte-Mediathek. Die Filme sind dort leider aktuell nicht mehr verfügbar, aber immerhin einen hab ich auf Youtube gefunden: „Leben wie James Bond / Traumhäuser in Kalifornien“. So toll, unbedingt anschauen! Das Wohnhaus von Albert Frey in Palm Springs kannte ich aus einem Wohnmagazin schon und fand so super, wie er sogar Felsen in das Haus integriert hat (hier ein Artikel auf archithese.ch). Oder das sagenhafte Kaufmann House von Richard Neutra, ach ja. Oder das lange vergessene erste Haus von John Lautner, das Salkin House aus dem Jahr 1948 (hier mehr dazu). Lautner hat dieses Haus gebaut, als er praktisch noch „Geselle“ war, denn er hatte noch gar keine Architektenlizenz. Das Haus hat damals 15.000 Dollar gekostet. Ich hab sofort mein Lautner-Buch mal wieder aus dem Regal gezogen...
Gehört Don Toliver (feat. NAV, Internet Money & Gunna — Lemonade. Ich entdecke ein Reel auf Insta, in dem Don Toliver auf einer Pre-Oscar-Party diesen Song auflegt und Travis Scott voll dazu abgeht. Ich freue mich, ein neues Lied entdeckt zu haben und renne zu L und P: „Hört mal!“ P: „Das ist schon voll alt!?! Das war so ein typischer Song in der Coronazeit.“ Ohaaa. Und L ergänzt: „Don Toliver hat diesen Januar ein neues Album rausgebracht, kannst du dir ja mal anhören!“ Sie lassen mich immer alt aussehen, uff
Getan I mit K einen neuen Spind aufgebaut und am nächsten Tag krassen Muskelkater gehabt (wie bitte?!). Als ich K davon erzähle, lacht er mich aus. Ich kann es selbst nicht fassen. Von was??
Getan II erstmals den Express-Service von dm ausprobiert, den P seit langem nutzt. Schon praktisch — hinradeln, an der Abholstation den Code scannen und dann öffnet sich ein Türchen und man kann seinen Einkauf mitnehmen
Getan III altes Gold veräußert
Gelesen schöne Zeilen von Cees Nooteboom*. Ich hab mir jetzt mal einen Gedichtband bestellt
Getrunken eine Latte Macchiato in der Heidelberger Mensa von Ps Unität und mich bei der Gelegenheit mal bisschen in der Nachbarschaft umgeschaut. Es gibt sehr viele hübsche Häuser mit Fensterläden in der Gegend (steh ich drauf) — und eine hohe Mini- und Defender-Dichte
Gegessen mal wieder einen Kirschkuchen. Und anschließend mit dem Kirschsaft bisschen gemalt. Faszinierend, wie sattes Knallrot beim Trockenprozess in softes Violett abdriftet
Gelacht I über Ls Ansage, als ich frage, welcher Hase dieses Jahr gewünscht ist (bei K brauch ich gar nicht fragen, er will immer den von Kinderschokolade, wie zu Nikolaus auch, hehe): „Ich will Dubaischokolade-Ostereier von Lindt, von mir aus auch statt Hase.“ Okayyy. Als ich im Supermarkt stehe, finde ich nichts dergleichen, dafür aber eine neue Schokoladenkreation im „Tokyo-Style“, aiaiai. Ich checke kurz per WhatsApp, ob die auch gut wär (schließlich feiert sie auch Matcha Latte)? Aber: negativ, lol
Gelacht II als in den News ein kleiner Bericht über den neuen, grünen OB in München kommt und er zitiert wird, als er 2023 gegen das Oktoberfest stichelte: „Weltweit die größte offene Drogenszene“, hahaha. Bin schon gespannt auf mein liebstes Live-Event im TV, „O’zapft is“ am 19. September im Ersten — und wie sich Dominik Krause beim Fassanstich schlägt
Gelacht III über eine „Balenciaga-Tasche“. Meine Insta-Freundin schickt mir immer die neuesten Reels mit funny Fashion-Trends, diesmal eine Satire — aber Balenciaga trau ich alles zu. 2021 gab es schon mal diese Müllbeutel in Leder, haha. Ich hab dann in meiner Küchenschublade nachgesehen und hab jetzt auch meine erste Balenciaga-Bag. In Baby Blue, yay
Gelacht IV als ich beim Heimschieben vom Drogeriemarkt an einem lustigen Tor mit Face vorbeikomme und an anderen netten Dingen wie einem Yves-Klein-blauen Farbtupfer an einer Sandsteinmauer, einen Zahnarzt namens Liebe, lange Schlagschatten an Litfaßsäulen, interessanten Putz, schöne Neon-Leuchtröhren-Typo, alte Fliesen
Gefreut über kleine dunkelviolette, rankende Blümchen an einer Pergola im Park (hab ich noch nie gesehen), von denen ich mir einen kleinen Zweig mitnehme
Geärgert I ich bitte P, mal mit dem Wagen durch die Waschanlage zu fahren. Der Mann, der vor dem Einfahren in die Waschstraße abkassiert und das Auto mit einem Hochdruckreiniger bearbeitet, fragt P: „Ist das dein erstes Mal an der Waschanlage?“ (Ja) Dann knöpft er ihr eine extra teure Wäsche ab, oh Mann. Das passiert ihr einmal und nie wieder (ich erinnere mich daran, dass sie bei mir damals die gleiche Masche abgezogen haben). Hinterher meint P zu mir: „Schau dir die Felgen an, wie clean!!“ „Jaa, stimmt, die glänzen wie ein Konzertflügel.“
Geärgert II dass bei Einsparungen immer zuerst die Kultur dran glauben muss. In der 3sat-Kulturzeit kommt ein Bericht über das Museum in Penzberg, das ich im Februar 2024 besucht habe. Es beherbergt die weltweit größte Sammlung von Heinrich Campendonk (er war das jüngste Mitglied der Künstlergruppe „Der Blaue Reiter“). Und dieses Museum ist in nun Gefahr, weil Penzberg in einer Millionen-Krise steckt
Gespielt jeden Tag Wordle auf Sueddeutsche.de — und das will was heißen. Ich mag Spiele sonst nämlich nicht; weder Brettspiele, noch Computerspiele. Aber Wordle ist cool, kurzweilig und macht Spaß! (Hier zum Spiel)
Gestaunt über den außergewöhnlichen Vornamen eines eBay-Verkäufers
Gelernt I eine neue Obstsorte. In einem Interview im AD Magazin zu einem LA-Special lese ich auf die Frage „Was würden Sie Ihren Freunden als Souvenir aus LA mitbringen?“ die Antwort: „Pixie-Orangen“. Die musste ich erst mal googeln — es ist eine Kreuzung aus Orange und Mandarine, besonders süß und saftig. Witzig. Ich zu P: „Pixie heißt Kobold oder?“ P: „Ja!“
Gelernt II einen neuen Begriff vom Englisch-Käpsele. P und ich sitzen am Tisch. Ich bin ihr scheinbar ein bisschen zu sehr auf der Pelle. P: „Scooch over please.“ Was so viel heißt wie „Rutsch mal bisschen, bitte“
Gelernt III dass es bei Megges was Neues gibt. P ruft von unterwegs an, ob ich die Mc Pops Coco Kiss mal ausprobieren möchte: „Mit Kokosnuss, ideal für dich!!“ Da sag ich nicht nein. Hab vorsichtshalber die Tüte beschriftet, damit die Kisses über Nacht nicht auf wundersame Weise verschwinden (alles schon vorgekommen). So yummy
Gewundert über eine Brezel-Sorte, die ich nicht kannte — nämlich die so genannte Giovanni-Brezel. Ich muss sehr schmunzeln, als ich das beim Bäcker lese und frage die Verkäuferin: „Was ist denn eine Giovanni-Brezel?“ „Die ist pikanter vom Geschmack, die hat Pfeffer drauf.“ „Oh okayyy, neee, dann bitte vier normale Brezeln.“ Haha
Gekauft einen Blazer für L

Schönes Wochenende!

*Du hattest mich etwas gelehrt über die Unermesslichkeit, dass die kleinste Zeiteinheit einen maßlosen Raum an Erinnerung bergen kann, und während ich so klein und zufällig bleiben durfte, wie ich war, hattest du mich gelehrt, wie groß ich war.
– Cees Nooteboom, Die folgende Geschichte