Samstag, 28. Februar 2026

Blick zurück

Gesehen „Ach diese Lücke, diese entsetzliche Lücke“. Bin seit langem mal wieder im Kino gewesen — toller Film (ich mochte am liebsten Senta Berger und den Hauptdarsteller Bruno Alexander). Ich hatte das Buch vor ein paar Jahren gelesen und fand es super. Ich weiß noch, wie ich damals im Freibad lag und mir während des Lesens die Tränen kamen, weil es mich so berührt hat und ich noch dachte, oh hoffentlich sieht das niemand. Ich wusste gar nicht mehr, wie viele Leute im Kino Popcorn essen. So lustig, wie alle rascheln. Eine Dame hat sich beschwert bei ein paar Jungen, die vor ihr saßen und ihr scheinbar zu laut knusperten: „Seid ihr jetzt mal bald fertig mit eurem Popcorn??“ Ach Gott. P meinte leise zu mir: „Dann geh halt nicht ins Kino!“
Gehört Amr Diab — Tamly Maak. Hab ich auf Insta gefunden... Sweet. Ich mag besonders diese Textstelle: „Ich vermisse dich, sogar wenn ich bei dir bin“. Ich weiß, was er meint. Das ist so übertrieben-übertrieben, aber es beschreibt das krasse Gefühl sehr gut
Getan I in Anbetracht der angekündigten Temperaturen (P: „Freitag soll es 20 Grad geben!! Wir eröffnen die Balkonsaison, Mama!“) schon mal den roten Nagellack rausgeholt und lackiert... Ich vermisse trotzdem die Schneemassen in Garmisch, das sah so schön aus
Getan II endlich, endlich das Bremslicht reparieren lassen und einen Ausflug Richtung Maulbronn gemacht. Beim Autohaus steht ein Wagen, den P am liebsten Probegefahren wäre, hehe (auch K war angetan aus der Ferne). Im Kloster Maulbronn ist es immer so nice. Wir haben schwäbische Karten vor dem kleinen Buchladen dort durchgelesen, z.B. „Edd bruddlet isch au g’lobt“ oder „’s geht oin jo nix o, aber wissa sodd mrs scho.“ Lol. Im Anschluss haben wir uns einen Cappuccino in der Sonne vor dem Café Ö in Ölbronn gegönnt, viele Fachwerkhäuser sind da. Als wir da so sitzen, kommt ein älterer Herr ins Café gelaufen und sagt „Grüß Gott“ zu uns. Ich bin  super erstaunt. Das hab ich hier wirklich noch nie gehört. Vielleicht sagt man das in Schwaben eher als in Baden?
Gelesen (zumindest im Geiste) im neuen AD Magazin, wo diesmal Bill Kaulitz’ schönes Haus in L.A. von Frank LLoyd Wright Jr. zu sehen ist. Das war der Plan. Ich hatte P nämlich beauftragt, mir dieses Magazin aus der Stadt mitzubringen. Sie hat es aber nicht bekommen, Mist
Getrunken Almdudler, den die Mädchen im österreichischen Supermarkt ins Wagerl gelegt haben. Wie sie immer an mich denken, so süß
Gegessen getrocknete Kirschen, erstaunlich lecker (Welten besser als Rosinen!!)
Gelacht I L fragt mich: „Hast du am Wochenende schon was vor? Ich dachte, wir könnten mal wieder was zusammen machen.“ Da waren wir gerade mal eine Stunde zurück von unserem Garmisch-Girls-Trip. „Du meinst, so was wie Museum?“ „Jaaa!“ Ich freu mich immer so sehr, wenn die Kinder von sich aus was mit mir machen wollen. Das ist null selbstverständlich — in dem Alter schon gar nicht
Gelacht II als wir so auf der Autobahn nach Hause cruisen, frage ich P: „Welches Auto würdest du dir holen, wenn es nicht aufs Geld ankäme?“ Dann kommt wie aus der Pistole geschossen: „Porsche 911 GT3 RS.“ „Welche Farbe?“ „Schwarz. Und es muss schon genau dieses Modell sein, ich will ja hinten diesen Spoiler.“ Hahaha. „Und du?“ „Immer G-Klasse.“ Als ich K zuhause davon erzähle, meint er: „Das RS steht für Rennsport.“ Ahaaa. Meine Auto-Spezis. Ich musste erst mal diesen Wagen googeln, um mir ein Bild zu machen
Gelacht III als L mir random einen Link zu einem Haarserum schickt. Kommentarlos. Was soviel bedeutet wie: „Kauf das bitte für mich“. Ich bin leicht irritiert — in der Beschreibung steht für erblich bedingten Haarausfall. Das Zeug ist sicher was für Ältere?! Aber L insistiert: „Das soll voll krass sein.“ K stimmt zu: „Ja, ich brauch das auch für meine Hairline.“ Mann Mann Mann. Die beiden sind 19. Und bis jetzt bin ich noch nicht convinced
Gelacht IV über meine neuen Moonboots, die ich mir direkt nach dem Garmisch-Trip bestellt hab (jaa, davor wär klüger gewesen). Ps Kommentar, als ich die Moonboots anprobiere: „Awww wie lustig-süß die aussehen. So goofy-mäßig, wie in einem Comic.“
Gelacht V als ich auf Insta einen Spruch entdecke bei Max Kersting, der von meinem Papa sein könnte. Wenn Ks Mannschaft verliert und er nicht dabei war, sagt Papa nämlich immer zu K: „Wenn du mitgespielt hättest, hättet ihr gewonnen.“ 
Gelacht VI über einen lustigen Schlüssel in der Auslage eines Schuh- und Schlüsseldiensts
Gefreut I dass ich inzwischen drei Chauffeure habe. Darauf hab ich mein halbes Leben gewartet. Es ist so witzig, im Fond zu sitzen und sich von der Jugend durch die Weltgeschichte kutschieren zu lassen
Gefreut II über Papas Großzügigkeit. Als ich im Garmischer Keller eine schöne Ikone entdecke und ein Bild davon in die Familiengruppe stelle, schreibt er: „Nimm dir alles, was du willst.“ Das lass ich mir natürlich nicht zwei Mal sagen. Willkommen in Baden, liebe Ikone
Geärgert I dass manche Männer kein Nein akzeptieren können. P erzählt aus dem Club, als sie mit ihrer besten Freundin unterwegs war: „Stellt uns einfach ein Typ zwei Drinks hin. Ich sage, ich trinke keinen Alkohol. Ein anderer Typ klinkt sich ein und meint 'Ha nimm das doch an'. Ich hab dann zu dem Typen gesagt 'Bestell mir doch eine Cola'. Hat er dann natürlich nicht gemacht.“ Offene Getränke von Fremden sind sowieso tabu, alles richtig gemacht. Entsetzlich genug, dass man als Mädchen und Frau immer wachsam sein muss
Geärgert II die Hyposensibilisierung bei L ist abgeschlossen und hat gefühlt nichts gebracht. Drei Jahre alle vier Wochen ein Pieks und kein Ergebnis. Ernüchternd
Gestaunt als mir P von ihrem Besuch bei den Großeltern eine blaue, getrocknete Distel mitbringt: „Omi hat gesagt, du wolltest die.“ Hatte ich schon wieder vergessen, ohaaaa. Außerdem im Gepäck hatte P einen Rotwein, der heißt wie ich. Fast
Gewundert als ich mit K bei Burger King im Drive in stehe und auf dem Bon lese „Auto No. 1“. K: „Was?? Das hab ich ja noch nie gesehen! Sind wir das erste Auto heute?“
Gelernt I dass man Briefe verschicken kann, die erst in fünf Jahren ankommen. K schickt mir ein Foto aus einem Café in Paris, in dem man so was machen kann. Funny. Mich würde ja interessieren, was genau da im Fach „Surprise“ drin liegt. Meinen Proust-Fragebogen wollte K übrigens nicht ausfüllen („Warum soll ich das machen?“ haha) — aber Briefe an sich selbst schreiben geht, ahaaaa
Gelernt II eine neue Grußformel. Ich dachte erst das sei falsch, was P da schreibt. Aber nein: „Das schreib ich immer meiner Schwester in den USA. Das ist eine Verniedlichungsform.“ Love yous. Okay. Für mich ist das eine Steigerungsform, ähnlich wie in dem Song von dem ägyptischen Sänger oben
Gekauft I in einem Anflug von leichter Craziness Jetons für das Casino Baden-Baden für P und mich. Auf die Idee bin ich gekommen, als ich in der Fuzo von Garmisch am Casino vorbei kam. L war gleich Feuer und Flamme: „Ich will auch mit.“ „Das geht leider nicht, das ist erst ab 21.“ K fand es gar nicht gut, aiaiai
Gekauft II eine Süßigkeit aus Indonesien, obwohl Fastenzeit ist und ich gerade nichts Süßes kaufen wollte. Aber die Typo hat mich angesprochen

Schönes Wochenende!





































Samstag, 21. Februar 2026

Blick zurück (Garmisch-Edition)

Gesehen I viel Eishockey bei den Olympischen Spielen (z.B. Deutschland vs USA). Als wir in Garmisch vor dem Olympia Eissportzentrum parken, um bei der Zugspitzbahn nebenan Infos zu den Skipässen einzuholen, hört man von draußen die Schläger und Pucks klacksen — wahrscheinlich hat gerade der SC Riessersee trainiert. Allein das klingt schon cool. Ich feier Eiskhockey total — es sieht so gut aus, wenn sie so smooth über das Eis gleiten. Und diese Trikots...
Gesehen II eine alte Folge „München 7“ im BR
Gesehen III beim Flanieren in der Garmischer Fuzo eine RayBan mit großem Logo auf dem Bügel
Gehört fast die ganze Fahrt unseres Girls-Trip nach Garmisch (also knapp vier Stunden) Ps Playlist, die seeeehr französisch-lastig ist. z.B. Tayc – Bitoumb. Mochte ich. Traurig*-schönes Lied. Man merkt sofort, dass es ein berührendes Thema hat, auch wenn man kein oder wenig Französisch spricht. Das Cover ist auch nice! (Tayc scheint außerdem Fan von Ligaturen zu sein, wenn man die Titel dieses Albums so anschaut) P hat mir erst später erzählt, dass Tayc das Album seinem Bruder gewidmet hat, der vor ein paar Jahren jung verstorben ist. Das Bild auf dem Cover zeigt bestimmt die beiden Brüder, awwwww
Getan auch in Österreich meine Tradition fortgesetzt und eine Schnapszahl getankt
Gelesen I das Garmischer Tagblatt und ein Magazin in Englisch. Ich bin mit P im Zeitschriftenladen im Garmischer Bahnhof und sie greift zielsicher zu amerikanischen Magazinen, und so kam auch „The Atlantic“ mit nachhause. Sehr schön und schlicht gestaltetes Heft (auch die Homepage)! Aber ziemlich pricy
Gelesen II lustige Schilder bei einem feinen Italiener. Auf einem steht „Keine Pizza“ und auf einem anderen „Liebe Gäste, gerne können Sie bei uns bar zahlen, in schlimmsten Falle auch mit der EC-Karte. Ich danke euch“
Gelesen III die Wetterberichte für Garmisch. Wir hatten echt alle Wetter, viel Schnee, viel Nebel, auch Regen und Schneeregen und ein bisschen Sonne
Getrunken ein Coke Zero auf der Anreise
Gegessen mein Stammgericht beim Italiener in Burgrain und Salvatore Grüße von meinen Eltern ausgerichtet, die dort Stammkunden sind, wenn sie in Garmisch weilen
Gelacht I L macht sich einen Kaffee. „Schätzt mal, wie viele von Opis kleinen Süßstoffdingern ich rein hab?“ Ich: „Hm, drei?“ P: „ Vier?“ L: „Fünf!“ Schallendes Gelächter... Ohaaaaa, übertreib halt
Gelacht II auf dem Parkplatz bei der Kreuzeckbahn spricht uns ein Niederländer in perfektem Deutsch an: „Entschuldigung, braucht man für diesen Parkplatz ein Ticket?“ „Ja, da vorne ist der Automat.“ Danach sage ich zu L: „Ich finde immer so toll, dass sie alle so gut deutsch sprechen.“ L: „Ja krass.“
Gelacht III ich laufe nachts bei heftigem Schneetreiben mit L durch die historische Ludwigstraße in Partenkirchen. Kleidungstechnisch war ich wirklich nicht auf tiefsten Winter eingestellt, muss ich gestehen — in Karlsruhe schneit es ja nie! Meine Woll-Collegejacke zieht den Schnee an wie ein Magnet, haha. Als wir da so flanieren, kommen uns zwei random Bayern entgegen. Der eine sagt „Servus“ zu uns, der andere „Griaßts euch!“. Einfach so — das würde es in Karlsruhe nie geben! Dann blickt mich L grinsend an: „Wie siehst du eigentlich aus? Du bist ja komplett weiß! Wie ein Schneemann!!!“ 
Gelacht IV P und L waren in Österreich im Supermarkt ein paar Snacks holen. Als sie zurückkommen, erzählt L: „Ich hab zu P gesagt, mach mal ein Foto hiervon, Mama findet das bestimmt lustig.“ und zeigt mir ein Foto mit Papiertüten in der Backabteilung. Sie kennt mich so gut...
Gefreut I über ein paar Zeilen von Papa auf meinen letzten Blick zurück hin (und eine kleine Skiurlaub-Anekdote in der Familiengruppe). Mich erreicht eine Mail mit folgendem Wortlaut (im Anhang eine Landkarte mit Mallorca und Menorca): „Liebe Julia, in den nächsten Tagen bekommst du ein Buch von Cees Nooteboom. 
Wahrscheinlich, wenn ihr wieder zurück seid. Ich bin gespannt, wie du es findest. Siehst du Menorca? Da sind wir mal hingesegelt — schön kompakt und nicht so viele Leute wie auf Mallorca. Deswegen hat sich Cees Nooteboom auch hierher zurückgezogen.“ Wie süß von ihm
Gefreut II über ein Kompliment von Mama für meinen Blick
Gefreut III über funny Nummernschilder von Tirolern und LKW-Beschriftungen auf der Autobahn. Das „Juwel 1“ hat es mir besonders angetan
Geärgert I dass wir drei Mal für einen Austausch eines Bremslicht-Lämpchens zur Werkstatt müssen. Beim ersten Mal stellte sich heraus, dass das Lämpchen sehr speziell ist und erst bestellt werden muss — eine Stunde umsonst gewartet. Beim zweitem Mal stellte sich heraus, dass das Lämpchen nicht leuchtet, weil das Kontaktfeld durchgebrannt ist und die ganze Einheit getauscht werden muss. Wir sind also mit defektem Bremslicht in den Urlaub gefahren. Top. Erst kommende Woche kann das Problem behoben werden — hoffentlich dann endgültig! Zwischenzeitlich ist in der Werkstatt (wo K beobachten durfte, was gemacht wird und sich nebenbei mit dem Werkstattmitarbeiter über den Sinn oder Unsinn des Valentinstags unterhalten hat, lol) auch mal kurz der Blinker nicht mehr gegangen. Katastrophe! Gerade noch hab ich den Mini in den höchsten Tönen gelobt und jetzt so was... 
Geärgert II dass das Zugspitzgebiet gesperrt wurde wegen starkem Wind, wo die Mädchen eigentlich fahren wollten (erst an Tag drei hatten sie Erfolg, aber oben war null Sicht). Dementsprechend überfüllt waren die restlichen Gebiete in Garmisch, weil alle dorthin ausgewichen sind — und es ist eh schon sehr voll in den Ferien...
Gestaunt I wie verstopft zu bestimmten Zeiten die Straßen sind. Gegen 9.00 Uhr sind alle unterwegs zur Gondel und es gibt kein Durchkommen mehr. Wir wollten nur kurz in die Stadt fahren, Helme kaufen und standen voll im Stau
Gestaunt II über die wunderschönen Fresken in der Alten Pfarrkirche St. Martin (sie wird wohl bald renoviert — hier). Und dass die Friedhöfe hier viel schöner sind als bei uns 
Gestaunt III dass die Leute in Garmisch so hartgesotten sind, und bei Schnee Radl fahren — mit Skiern hintendrauf!
Gewundert I wie früh der Hof vom Schnee befreit wird. Um 5.24 Uhr werde ich aus dem Schlaf gerissen, als der Räumdienst in unseren Hof einbiegt und gefühlt zwei Meter an mir vorbeibrettert. Aiaiaiai
Gewundert II L redet seit Wochen (genauer, seit ich im November 2025 erstmals dieses bayerische Gebäck selbst gemacht hab) von „Auszognen“. Und ich hab ihr versprochen: „Wenn wir in Garmisch sind, hol ich dir eine. Die gibt’s da 100 Pro!“ Ich spazier voll motiviert in zwei verschiedene Bäckereien rein und frage: „Haben Sie Auszogene?“ Und die Damen hinter der Theke schauen mich jeweils mit großen Augen an und verneinen. Erst am letzten Tag haben wir in einer Bäckerei Ls Lieblingsgebäck gefunden. Da hieß die Auszogne allerdings Kücherl! Kein Wunder hatte ich keinen Erfolg. Als L ihre Auszogne verspeist hatte, meinte sie zu mir: „Deine war besser!“ Crazy
Gelernt dass Nitro, die Snowboardmarke, eine lustige (und sehr internationale) Geschichte hat. Die Firma wurde 1990 von Tommy Delago und Sepp Ardelt in Seattle, Washington gegründet. Obwohl die Wurzeln in Amerika liegen, ist der Hauptsitz (und die Entwicklung) in Oberammergau. Das ist quasi um die Ecke von Garmisch, ca. 20 km entfernt von hier. Die Produktion der Boards findet wiederum überwiegend in Taiwan statt
Gekauft Skipässe, die immer teurer werden — und es gibt keinen Rabatt für Studenten oder Schüler, wie doof

Schönes Wochenende!

*Un soldat à terre
La mort ne prévient pas quand elle foudroie, hey
Et dans mes prières, oh, non
J’ai supplié Dieu de me dire pourquoi
Je suis un soldat, je n’peux pas autant pleurer
Je laisse ça à ta mère, Bitoumbo
En vingt-huit années tu ne m’as jamais laissé
De toi, j’suis tellement fier, Bitoumbo