Samstag, 19. September 2026

Blick zurück — Garmisch-Partenkirchen-Edition

Gesehen endlich mal wieder „Inas Nacht“. Diesmal mit dem großartigen Philipp Hochmair. Der Typ ist so crazy. Wie er eine musikalische Performance aus  „Lustgarten*“ aus dem Stück „Jedermann“ von Hugo von Hofmannsthal macht! ...Passt irgendwie auch gut zu dem Schloss-Linderhof-Vibe...
Gehört viel aus Ls Playlist auf der Fahrt nach Garmisch, z.B. Lil Baby — Dead Fresh
Getan viel gechillt im Garten. Auch an meinem Lieblingssee, dem Walchensee! Dieses Wasser, Wahnsinn. Selbst der Bayer an der Maut-Kassa war diesmal freundlich und hat uns einen schönen Tag gewünscht, haha
Gelesen im „Garmisch-Partenkirchener Tagblatt“ und im „Standard“. Letzteren hab ich mir in Innsbruck mitgenommen. Eine weitere Pflicht (neben örtliche Tageszeitungen kaufen) im Urlaub: den Friedhof besuchen — und Kirchen!
Getrunken Bitter Lemon von Aqua Monaco im Café LU53, das L ausgesucht hat. Das war in der Ludwigstraße in Garmisch, nebenan die Ludwig-Apotheke. Tags zuvor haben wir in Ettal das Hotel „Ludwig der Bayer“ gesehen und das Schloss Linderhof von Ludwig II besichtigt. Und L dann: „Warum heißt hier alles Ludwig?? Alles wegen diesem König?“ „Jaaa, genau wegen dem!“ Hahaha. Wobei man unterscheiden muss zwischen Ludwig II und Ludwig IV. Ludwig II war der Märchenkönig (mit Schloss Linderhof, Neuschwanstein etc.), im 19. Jahrhundert. Ludwig IV („Der Bayer“) war schon im Spätmittelalter, also viel früher. Ich musste mich auch erst mal einlesen in diese ganzen Ludwigs...
Gegessen bayerische Brezen. So guat!
Gelacht I auf der Fahrt sehen wir auf der Autobahn ein Fahrzeug, auf dem steht „Straßenunterhaltung“. Das fand ich so lustig, so à la Entertainment für die Autofahrer
Gelacht II als ich nach dem Urlaub heim komme, rauscht K gerade zu einem Fußballspiel ab. Er trägt, wie immer, seine roten Lightning Mc Queen Crocs (ihr erinnert euch, wegen dieser Schuhe flog er aus dem Gym). Ich: „Und? Haben sie mal wieder was zu deinen Crocs gesagt in der Mannschaft?“ K: „Nee, aber einer aus der Mannschaft hat sich die jetzt auch geholt!“ „Was echt??“ „Jaa, und dann haben sie micht gefragt 'Macht dir das nichts aus, dass dir jemand die jetzt nachgekauft hat?' Und ich so: 'Nee, weil das doch bedeutet, dass ich ein Vorbild bin.'“ Zu süß
Gelacht III dass L immer Filmchen macht und ich das oft nicht gleich merke. Wie sie lacht (und dieses Pärchen im Hintergrund, haha). Sie weiß genau, dass ich es nicht so feier, wenn sie mich ungefragt filmt und macht es dann erst recht, lol
Gefreut über Top-Wetter
Geärgert I über viele Baustellen in Garmisch, in alle möglichen Richtungen. Das kenne ich von dort gar nicht. Ich hab mich gefühlt wie in good old Karlsruhe. Aber in so vielen anderen Punkten ist Garmisch deutlich überlegen, die Landschaft, die Ruhe, die Luft. Dafür bemängelt L die Öffnungszeiten, als sie abends nochmal shoppen gehen will: „Huch, es ist bald 19 Uhr und die machen doch hier alle immer so früh zu. Das finde ich echt bissl wie auf dem Dorf.“ Alles hat Vor- und Nachteile
Geärgert II dass ich eine große Creole irgendwo in Oberbayern verloren habe
Gestaunt ich war schon ewig nicht mehr in Innsbruck. Das letzte Mal vielleicht vor 25 Jahren. Mir war nicht mehr bewusst, wie krass der Zirler Berg ist, den man überwinden muss, um von Garmisch nach Innsbruck zu gelangen. Der Gute hat 16 % Gefälle, Wahnsinn. So creepy, allein die Schilder mit den Warnungen und den steilen Ausweichbremsstreifen für LKWs — der letzte ist über einen Kilometer lang!! Bei der Rückfahrt, als wir den Berg wieder hochfahren, fühle ich mich wie beim Start mit einem Flugzeug. Ich kann mir nicht mehr vorstellen, dass ich früher dort immer lang bin (im Schnee!!), um zum Skigebiet Axamer Lizum oder Kühtai zu kommen. Ich bin völlig erstaunt, dass ich vergessen konnte, wie krass eine Straße sein kann. Okay, in 25 Jahren kann man schon mal was vergessen. Aber es hat sich gelohnt. Innsbruck ist so eine schöne Stadt. Ich mag, dass dort Berge, Stadt und Wasser vereint sind. Sooo cool!
Gewundert dass ich so lange Wochenrückblickpause gemacht habe, dass ich kurz überlegen muss, ob ich den Blick zurück immer samstags oder sonntags veröffentlicht habe. Ohaaa
Gelernt I über Ludwig IIs Vorlieben. Wiki sagt: „Modernste Technik wie elektrische Beleuchtung verwendeten auch seine fantastischen Kutschen und Schlitten sowie die 24 Dynamomaschinen neben der Venusgrotte, als erstes fest installiertes Kraftwerk der Welt. [...] Ab etwa 1875 war Ludwig II. meist nachts wach und schlief am Tage. Linderhof (1870 - 1886 erbaut) gilt als das Lieblingsschloss des „Märchenkönigs“, in dem er sich mit großem Abstand am häufigsten aufhielt. Es ist das kleinste der drei Schlösser Ludwigs II. und das einzige, das noch zu seinen Lebzeiten vollendet wurde.“ Ich lese L vor und sie staunt. Vor allem an der Stelle mit dem Schlafen, hehe
Gelernt II als ich vom Urlaub heim komme, liegen da einige Pakete für mich. P schlägt mich mit meinen eigenen Waffen, indem sie ein PostIt auf meine Pakete gelegt hat, den ich ihr eine Woche zuvor auf ihre Pakete geklebt hatte: „Wie viel will man bestellen?“. Und dann ergänzt sie noch „You’re one to talk to girl“. Ich: „Was bedeutet das?“ P: „Hmm, wie sagt man das im Deutschen? So was wie 'Das sagst DUUU', checkst?“ „Checke. So in der Art 'Das sagt die richtige'?“ „Genau das!“
Gekauft neue Creolen. Mein liebster Ohrschmuck, seit meiner Jugend, in allen Größen

Schönes Wochenende!

*
Dazu richt ich den Garten mit Fleiß
Und stell inmitten ein Lusthaus hin,
Das bau ich recht nach meinem Sinn
Als einen offenen Altan
Mit schönen steinernen Säulen daran,
Auch springende Wasser und erzene Bild,
Die sollen nicht fehlen zur vollen Zier,
Und dann ich die Anlag also führ,
Daß unter dem Morgen- und Abendwind
Ein Ruch von Blumen mancher Art
Daherstreich allezeit gelind
Von Lilien, Rosen und Nelken zart.
Auch führ ich jederseits Gäng und Bogen
Von Buschwerk, alls so dicht gezogen,
Daß eines noch zu hellem Mittag
Sich Kühl und Frieden finden mag
Und einen ungequälten Ort,
Der von der Sonne niemals dorrt.
Desgleichen an einer verborgenen Stätte
Recht wie der Nymphe quillend Bette
Laß ich aus kühlem glatten Stein
Eine fließende Badstub errichtet sein.
Das will ich meiner Liebsten einbinden
Und nehm sie dann an beide Händ
Und führ sie hinein, damit sie erkennt
In diesem Gärtlein köstlich und mild
Ihr eigen abgespiegelt Bild.
Die allzeit liebreich mich ergetzt,
Mit Hitz und Schattenkühl mich letzt
Und einem verschlossenen Gärtlein gleich
Den Gärtner selig macht und reich.
















































Samstag, 11. Juli 2026

Blick zurück

Gesehen ich wollte mir eigentlich nach einer Ankündigung auf dem Insta-Kanal von arte die Reihe „Fabian oder der Gang vor die Hunde“ anschauen, weil ich Tom Schilling mag. Als ich beim Vorspann lese, dass Dominik Graf Regie führte, war ich skeptisch (weil ich seine Polizeirufe auch immer skippe — die sind mir zu wild), dachte aber, okay ich geb ihm eine Chance. Nach fünf Minuten hab ich abgebrochen. Leider auch hier wieder: so schnelle, wackelige Kameraführung plus komische Geräuschkulisse. Das stresst mich total. Schade. Die Vorlage für die Serie ist das Buch „Fabian. Die Geschichte eines Moralisten“ von Erich Kästner — und ich mag Erich Kästner
Gehört zufällig ein Seal-Cover von Talk Talk auf Insta und dann das Original angehört: Talk Talk — Life’s What You Make It. Die Kommentare unter dem Seal-Reel waren wieder lustig. Und ja, die Gitarre ist sehr cool
Getan I zum Rotag-Garten geradelt und mich dort mit P getroffen (sie sammelt Schritte, ich sammel Treppeln). Zwei engagierte junge Architekten haben auf dem Gelände einer stillgelegten Rohtabakvergärungsfabrik für den Sommer einen Pop-up-Biergarten initiiert. Sie haben sich so viel Mühe gegeben, Tore selbst gebaut, Biergarnituren angestrichen, resedagrüne Pflanzentröge aufgestellt, Grills selber gebaut, Tischkicker aufgestellt und TVs für Public Viewing an die Wände gehängt. Einer der Architekten begrüßt uns höchstpersönlich hinter dem Tresen: „Ihr seht aus, als wärt ihr zum ersten Mal hier.“ Ich: „Ja, und es sieht so aus, als wären wir die ersten heute.“ Und dann gibt er uns eine freundliche Einweisung: „Da vorne gibt’s gute Fritten, das macht ein Partner-. Und für Spontan-Griller haben wir einen Grillgut-Automaten aufgestellt. Da hinten ist ein Fußballfeld und wir bieten neben Bier und Softdrinks auch Wein vom Weingut Klumpp in Bruchsal an.“ Wirklich nice und ungezwungen dort, es sind alle Altersklassen vertreten, Kleinkinder, Senioren und alles dazwischen. Ich wusste gar nicht, dass P so einen Schuss drauf hat, hui. Sie wollte unbedingt aufs Fußballfeld. Nicht mal ihr (mein!) Handtäschchen hat sie abgelegt vor dem Schuss, hahaha. Ich schicke begeistert K das Foto von seiner Fußi-Schwester. Aber er meint, zur Beurteilung des Schusses müsste er ihn live sehen, hehe. Mehr Infos zum Rotag-Garten hierRotag-Garten, Hardeckstr. 2a, Karlsruhe;  Öffnungszeiten: Freitag und Samstag 18 bis 00 Uhr. Sonntag 16 bis 22 Uhr
Getan II ins Freibad gedüst mit P
Gelesen im Buch „Kunstprojekt Petuelpark“ (das es kostenlos hier unter „Publikation“ zu bestellen gibt) über den Petuelpark in München (allein der Name Petuel). Das ist ein über dem Mittleren Ring angelegter Park. Er verbindet zwei Stadtteile und — das ist so besonders — ist gespickt mit Kunst! Im Park befindet sich im Kubus das hübsche Café Ludwig (hier ein Bericht auf Sueddeutsche.de) und außerdem der Sozialpavillon, der als Begegnungsstätte dient für Anwohner aus Milbertshofen und Schwabing — beide Gebäude wurden vom Architekturbüro Kiessler & Partner München geplant. So super!!
Getrunken Sinalco Cola im Rotag-Garten. Dieser Flasche hab ich seit ungefähr sechs Jahren „hinterhergetrauert“. Ich war damals mit K in einer Indoor-Kart-Bahn. Während er fuhr, gönnte ich mir was zu trinken. Es war genau so ein Sinalco-Cola wie das jetzt — auch mit dieser schönen arabischen Schrift. Und ich ärgerte mich noch lange danach, dass ich die Flasche nicht einfach mitgenommen hab, weil ich so eine nie wieder gesehen habe. Eine zweite Chance bekam ich jetzt im Rotag-Garten! Als mir der Barkeeper die Flasche gibt, meine ich zu ihm: „Ohh, die Flasche sieht ja cool aus, mit dieser Schrift.“ Ich glaube, er wundert sich bisschen, dass ich einer Flasche so viel Aufmerksamkeit widme. „Ja, da gibt’s aktuell verschiedene Sprachen auf den Flaschen.“ „Ich mag die arabische so. Darf ich die mitnehmen?“ „Klar. Ich verrate dem Getränkelieferanten nichts.“ Finally
Gegessen ein McSundae-Eis, das mir P und L von ihrem Megges-Ausflug mitbringen. Schön gekühlt in Ks Fußballkühltasche. So funny
Gelacht I dass meine Kinder meine „Einparkkünste“ (ich parke nicht gerne ein) sehr kritisch sehen. K hat immer Sorge, dass ich die Felgen mitnehme. Sein „Argh“...
Gelacht II ich sitze gerade an meinem Schreibtisch, die Balkontüren sind offen, als ich plötzlich ein Handy klingeln höre unten auf der Straße. Die Melodie ist „Jingle Bells“. Lol. Nur noch 166 Mal schlafen
Gefreut I über mediterrane Blumen beim abendlichen Radeln (ich glaube, das ist eine Jasmintrompete, kann das sein?)
Gefreut II über einen kleinen Exkurs in Sandsteinkunde vom Steinmetz, der gerade meinen Balkon aufarbeitet. Plötzlich klopft es voll laut an meinen Rollladen. Der Rollladen bewegt sich schon wie von Zauberhand nach oben. Ich sprinte zum Fenster und rufe: „Junge — jaa ich komm ja schon.“ Der Steinmetz will mir sagen, dass er jetzt den Tritt spachteln will und ich 24 Stunden den Rollladen nicht runter lassen darf. „Gar kein Problem, mach ich.“ Und dann hab ich ihn ausgequetscht. Also die Platte, die vorher drauf war, haben sie mitgenommen und erst mal in der Werkstatt inspiziert. Da hatten sich in der Mitte wohl so Hohlräume gebildet, bzw. der ist in der Mitte irgendwie so bisschen gebröckelt.Ich dann: „Da haben wir ja gefährlich gelebt, haha.“ Er erklärt: „Beim Mühlbacher Sandstein ist es so, dass sich da über die vielen vielen Jahre Pflanzen zwischen die Sandsteinschichten mischen und die können sich dann später auflösen und dann fällt der Standstein wie in sich zusammen.“ Ohaaa. „Und haben Sie die ganze Platte ersetzt oder nur die obere Schicht erneuert?" "Wir haben die vorhandene Platte aufgearbeitet und jeweils 5 cm dicke neue Platten mit Epoxidharz und Aluminiumnägeln angebracht.“ Ahaaa. Und dann meinte er: „Übernächste Woche kommt das Geländer dran und dann könnt ihr den Balkon wieder nutzen. Dann habt ihr wieder 50 Jahre Ruhe. Ich hoffe, es gefällt euch bisschen, was wir hier machen?” „Jaa, sieht gut aus. Ich freu mich schon. Danke für die Ausführungen, haha.“ Nur der Zeitpunkt war echt sehr ungünstig. Herbst oder Frühling hätte ich besser gefunden. Aber die Dame von der Vermietung meinte zu mir „Wir müssen ja froh sein, wenn wir überhaupt Handwerker bekommen.“ Uff
Gefreut III dass jetzt endlich, endlich alle Kinder mit der Schule fertig sind. Wurde auch Zeit irgendwie, die letzten Wochen waren so zäh. Und dass Omi und Opi direkt einen Strauß geschickt haben am Tag des Bestehens. Auch noch mit den blauen Disteln, die ich so mag. So haben alle was davon. Die Zwillings-Abiturienten und die stolze Mama. Ich bin nicht nur stolz auf die Kinder, sondern auch auf die Mathe-Omi, die mit ihren 80 Jahren täglich mit den beiden gelernt hat — was ich nie gekonnt hätte!!
Gestaunt I dass K sagt, ich sei wie Olisé. Stimmt aber schon bissl (vor allem das mit dem nicht melden in der Klasse). Nur dass ich halt kein Fußball gespielt hab — und Mathe hasste, haha. Die Worte seiner ehemaligen Lehrerin sind so süß*
Gestaunt II als P nach Hause kommt sagt sie: „Ich hab euch was mitgebracht! Ich war diese Woche in Mannheim und hab dort im Supermarkt was ganz besonderes gefunden.“ Und dann holt sie ein Erdnuss-Nutella aus der Tasche. Ohhh!!!
Geärgert über den Preis des Peanut-Nutellas: 10 EUR. Aber saulecker ist es! Ich finde ja, an die Kombi von Schokolade und Erdnuss kommt fast nichts ran... Ich teste es mit einem Stück Brezel. Bestanden mit Bestnote!
Gekauft I tatsächlich im Gastrogroßhandel eine große Alu-Schaufel und ein paar andere Kleinigkeiten. Die Biskuitform hab ich umfunktioniert für Schmuckaufbewahrung
Gekauft II bayerisches Bier. Der Löwe passt gut zu meiner Plakette am Auto. Seit wann ist da Comic-Sans-Schrift drauf?! Argh

Schönes Wochenende!
Philuko macht Pause... Auf bald!

...

*Mrs Anderson sagt:

„It really annoys me when people say he is nonchalant or arrogant. He is just very shy. For example, he never raised his hand in class because he never wanted to draw attention to himself. He would keep his head down, do what he had to do, then head straight to the pitch. Football was already everything to him, it was his whole world. He was a good student, especially in maths and science, less so in writing, but when his team did not win at break time or something had happened, it was very difficult for him to concentrate again, because he wanted to go out and put things right.
He was already a huge perfectionist who could get frustrated, a future champion. But he wanted to stay in the background. When the kids went to collect their medals, he stayed to the side. When you congratulated him for a goal, he would put his finger to his lips and run back into position while looking at the ground.“