Samstag, 20. Juni 2026

Blick zurück

Gesehen eine supergute Kunst-Doku in der arte Mediathek: „David Hockney, der Maler des Pop“. Ich mag besonders gerne seine Swimmingpoolbilder und die Portraits. Und seine Landschaften! Sooo super!!! Unbedingt anschauen! Das, was er über Landschaftsfotos sagt, fühle ich. Ich hab schon so oft gedacht, man kann niemals die Schönheit mit der Kamera einfangen. Das geht einfach nicht. Deshalb hat er die Landschaft gemalt, wie er sie gesehen hat. Zu gut! Ich wünschte, das könnte ich auch
Getan I seit ewigen Zeiten mal wieder im Freibad gerutscht. Und dann steht da auch noch schwarze Rutsche bei den Schwierigkeitsgraden. Da kenn ich aber andere Exemplare hahaha, süß. Zum Thema Bad hab ich gerade gelesen, dass das Müller’sche Volksbad in München am 25. Juni sein 125-jähriges Jubiläum feiert — mit Preisen wie damals. Was für ein wunderschönes Bad! Und eine witzige Aktion (neben anderen, wie z.B. einer Fotoausstellung): der Eintritt „Schwimmen mit Kästchen“ kostet 25 cent. Hier ein sehr schönes Filmchen auf der Homelage der Münchner Stadtwerke dazu. Im Freibad musste ich die ganze Zeit an die Bilder von David Hockney denken, wenn ich auf die Wasseroberfläche geschaut habe. Genau so hat er es abgebildet, mit den vielen schlängelnden weißen Linien
Getan II nach dem Bad noch kurz mit P die Ausstellung „Atelierhaus Neue Schule in Karlsruhe-Bulach“ im Regierungspräsidium besucht. Zu krass, ich kannte dieses Ateliergebäude in Bulach gar nicht, obwohl ich sehr oft mit dem Rad durch Bulach komme (hier mehr)! Am besten fand ich die Fotografien von Bernd Seeland. Lustig, sein Sohn war damals mit P in der Grundschule in einer Klasse. Ich mag das Präsidiumsgebäude (aus den 1960ern?) und die Details darin, z.B. die Treppen mit den massiven dreieckigen Treppenstufen und den runden Geländerbefestigungen. Oder den Boden im Erdgeschoss, der ist aus Waschbeton. Für mich sind manchmal die Gebäude interessanter als die tatsächliche Ausstellung, hehe. Im Erdgeschoss war noch eine weitere Ausstellung zum Thema Comics. Dort waren einige Arbeiten von Preisträgern des Max-und-Moritz-Preises zu sehen. Der Max-und-Moritz-Preis wird alle zwei Jahre beim Comic Salon Erlangen verliehen, er ist die wichtigste Auszeichnung für grafische Literatur im deutschsprachigen Raum. Am besten fand ich die Illustrationen von Anna Sommer aus der Schweiz. Das waren  Scherenschnittcollagen, so toll!
Gelesen einen Artikel über Weinanbau (auf über 1000m) unter der Zugspitze im Grenzenlos-Magazin, das P mir aus dem Garmisch-Urlaub mitgebracht hatte. Wahnsinn — Wein aus den Alpen! Da muss ich mal hin. Der Hof von Autodidakt-Winzer Peter Somweber befindet sich in Ehrwald (da fahren wir immer durch auf dem Weg nach Garmisch). Die Österreicher wieder <3 (Hier ein PR-Artikel zum Nachlesen der spannenden Geschichte)
Getrunken ein Uludag im Freibad
Gegessen ganz viel Melone, Nektarinen und Aprikosen
Gelacht I dass K am Wochenende vor der Sportprüfung eine Ansage macht: „In den nächsten zwei Tagen bitte zwei Mal hintereinander Pasta kochen. Wir brauchen Kohlenhydrate.“ Aye aye mein Captain
Gelacht II dass meine Insta-Freundin und ich schon wieder Wichtel-Pläne schmieden. Wie schnell aber wirklich die Zeit vergeht! Gefühlt war erst gestern Weihnachten und jetzt ist schon wieder Hitzewelle. Aiaiai
Gelacht III über Fußballtalk in der Familiengruppe, mit kleinen Modeeinlagen
Gelacht IV als ich mit P am See liege, liest sie meinen Blick zurück von letzter Woche. P: „Und in diesem Klotz wurdest du getauft?“ Hahaha. Es war so nice am See. Ich mag immer so gerne, wenn die Sonne auf der Wasseroberfläche glitzert, lauter kleine weiße tanzende Pünktchen. Das war noch an einem Tag, an dem es nicht so brüllheiß war. Danach gönnen wir uns zwei Kaltgetränke bei Burger Jeff. Ich mochte die alten Fotoaufnahmen aus den USA, die dort an der Wand hängen. Und den True-Refrigerator, oder besser das Logo davon
Gefreut I über Sport-Abi-Erzählungen von K. Am Abend vor seiner Prüfung ist er noch bei Kollegen Fußball schauen. Da fällt ihm ein, dass es ja vielleicht ganz cool wäre, für den Sprint am nächsten Tag noch Spikes zu organisieren. Also schaut er in die Kleinanzeigen und findet tatsächlich ein Paar Schuhe mit Spikes. Seine Kollegen und K machen sich auf den Weg in die Südweststadt und holen gegen 22.30 Uhr die Spikes ab. Danach fahren sie wieder zurück zum Kollegen und schauen das nächste Spiel. K kommt erst tief in der Nacht nach Hause. Am nächsten Mittag ist Ks Prüfung über 100 m Sprint, Weitsprung und 3-km-Lauf. Als er nachhause kommt, erzählt er: „Alle, die mit mir 100-m-Lauf gemacht haben, waren voll die Profis, seit Jahren im Leichtathletik-Verein. Als sie sich in die Startblöcke knien, stellen sie sich erst mal diese Fußstützen ein. Hahaha, ich wusste nicht mal wie das geht! Als der Schuss kommt zum Starten, sprinte ich los. Es war so krass!! Junge, ich bin geflogen mit den Spikes! Ich schau so während des Starts links und rechts neben mich und denke, hm, wie kann das sein? Ich bin ganz vorne... Und laufe auch als erster durchs Ziel!!“
Gefreut II dass im aktuellen Nachrichtenheft der Landesdenkmalpflege Baden-Württemberg (hier kostenlos zu abonnieren) ein Bericht über die Weissenhofsiedlung drin ist, genauer über die Farbcodes der stechend blauen Reihenhäuser von Mart Stam. Genau das Foto von der Tür, das im Heft abgebildet ist, hab ich bei unserem Besuch im März auch gemacht. Und das Gespräch vor Ort damals hat genau so stattgefunden
Geärgert I über Sport-Abi-Erzählungen von L. Sie musste um 13 Uhr anrücken, um 16 Uhr war ihre Prüfung angesetzt, gegen 17 Uhr kam sie dann endlich mal dran. Vier Stunden warten für einen 3-km-Lauf. Selbst ihr Tutor war genervt und will sich beschweren. Und das alles bei diesem Wetter — das kommt noch dazu. Dafür war das Ergebnis top, Bestnote sozusagen, genau wie K
Geärgert II dass plötzlich vor dem Haus an den Balkonen ein Gerüst aufgebaut wird und ich null Komma null Informationen bekommen habe vom Vermieter — z.B. was da gemacht wird, wie lange, ob es was zu beachten gibt etc. Einfach nichts. Erst auf Nachfrage per Mail erfahre ich, dass die Balkone renoviert werden (was ja an sich sehr, sehr toll ist — ich freue mich!) aber man wisse nicht, wie lange das dauere. Aber warum wird das jetzt im Sommer gemacht? Die armen Steinmetze tun mir voll leid — bei dieser Hitze! Ist ja eh schon ein Knochenjob... Ich hab den Chef ausgequetscht und einen kleinen Steinmetz-Exkurs bekommen. Meine Frage, wie eigentlich Sandstein am Balkon befestigt wird, meint er: „Mit Epoxidharz und Aluminiumschauben.“ Spannend, wie das alles geht...
Geärgert III dass Tankpreise so unterschiedlich sind. Bevor ich mit P nach Mannheim gefahren bin, haben wir extra in Karlsruhe getankt. Als wir in Mannheim an einer Tanke vorbeikommen ist der Preis fast 15 cent günstiger. Hein???
Gelernt I einen neuen Begriff für Spitzname: moniker. Auf der Insta-Seite über Alexander Girard hatte ich unter einem Foto von ihm und seiner Frau gelesen: ”Alexander & Susan Girard, affectionately known as Sandro + Susie. Combined it became 'Sansusi' both a play on words in French {sans souci means carefree} and a moniker for their love and dedication to one another. 'Sansusi' is the name of a textile and many other works featuring the letter 's' back to back which creates 2 hearts and the infinity symbol.“ Sehr sweet (hab mal versucht, das Infinity-Herz nachzumalen mit dem Füller). Als ich P von meinem neu gelernten Wort erzähle, meint sie sofort: „Und was ist mit nickname?“ „Hm, vielleicht ist das eine elegantere Form davon, so was wie Künstlername.“ 
Gestaunt dass es Stühle von Eames und Eiermann gibt, die sich sehr ähnlich sind. Als ich neulich mit L im Schmuckmuseum Pforzheim war, dachte ich nämlich, bei den Stühlen im EG handele es sich um Exemplare von Egon Eiermann. Aber als ich zuhause recherchiere, stelle ich fest, es sind Entwürfe von den Eames! Ich habe mir kürzlich einen SE68 Stuhl von Eiermann auf eBay geschossen. Die Eames Stühle gab es zuerst. Und Chatti behauptet, Eiermann habe sich an den Eames bei seinem Entwurf orientiert. Ahaaaa. Zu lustig: fast 14 Tage nachdem der Verkäufer den Stuhl verschickt hatte, schreibt er: „Bitte noch das Porto überweisen.“ Dabei hatte ich das längst beglichen, sofort, nachdem er mir den Preis mitgeteilt hatte. Er dann: „Oh, sorry, hab ich übersehen.“ Hahaha
Gelernt II was „hä“ auf Französisch heißt. Natürlich von P. Es heißt „hein“, lol
Gekauft eine sehr kleine Geldbörse für mein überschaubares Bargeld. Ich hab sie personalisieren lassen mit einem Spitznamen (kein Künstlername haha), den mir P mal gegeben hat. Ich zahle fast nur mit Karte, auch Kleinstbeträge, deshalb nur eine winzige Börse. Mich nervt immer, wenn z.B. an Cafés gleich am Eingang steht „Nur Barzahlung!“ 

Schönes Wochenende!











































Dienstag, 16. Juni 2026

Architektur-Highlight: Die Pfingstbergkirche in Mannheim

Der Weg zu der Kirche in diesem Post war wie so oft verschlungen. Im April führte mich ein trauriges Ereignis in die Heimat. Das Krankenhaus in meinem Heimatort steht auf einem Hügel, schön gelegen ganz nah zu Streuobstwiesen — und zu einem Wohngebiet mit ein paar interessanten Häusern. Damals parkte ich meinen Wagen vor meinem Lieblingshaus dort oben. Ich erinnerte mich, dass in diesem Haus die Familie wohnte von einem Jungen, der mit mir auf der gleichen Schule war. Also hab ich versucht, ihn über das Internet zu kontaktieren, mit der Frage, ob er wisse, wer der Architekt seines schönen Elternhauses ist. Nach vier Wochen kam eine Antwort: Das Haus sei in den 1970er Jahren gebaut worden und der Architekt hieße Mutschler und käme aus Mannheim. 

Mit diesen Informationen konnte ich „arbeiten“. Carlfried Mutschler (1926-99) studierte Architektur an der Technischen Hochschule in Karlsruhe und legte seine Diplomprüfung 1951 unter Egon Eiermann ab. Zu dem Wohnhaus in meiner Heimat konnte ich zwar leider nichts im Netz finden — dafür entdeckte ich aber eine spannende Kirche in Mannheim von dem gleichen Architekten (und zwar hier auf der Seite sobrutalism.org — sehr sehenswerte Seite!). Als ich P den Link schicke, mit der Ansage „Da müssen wir hin!“ meint sie auch „Krass, sieht gar nicht aus wie eine Kirche!“ 

Ein paar Wochen später haben wir dann tatsächlich einen Kirchen-Ausflug nach Mannheim gemacht. P hatte eine kleine Bedingung: „Ich fahr mit dir da hin, wenn du mich danach in Heidelberg dropst.“ Na klar! Deal! 

Als wir von der Autobahn abfahren und auf die Bundesstraße nach Mannheim-Rheinau biegen, kommen wir plötzlich in einen Schwarz-Blau-Rausch. Es ist so kurios — jedes Straßenschild ist von hinten vollflächig in den Vereinsfarben von Waldhof-Mannheim besprüht. Wirklich jedes einzelne Schild (und es gibt viele Schilder!). Da haben die Ultras ja mal richtig Zeit und Mühe (und Geld für die Sprays) investiert, hahaha. Hab ich so noch nirgends gesehen.

Zuerst machen wir einen kleinen Zwischenstopp bei der Versöhnungskirche aus den 1960er Jahren von Helmut Striffler, ein ebenfalls überwiegend in Mannheim tätiger Architekt (von ihm stammt die auch sehr sehenswerte Versöhnungskirche in Dachau). Auf der Homepage der Evangelischen Kirche in Mannheim steht: „In Mannheim wohl einer der provozierendsten Kirchenneubauten nach 1945.“ Ich finde sie super! Leider ist die Kirche verschlossen.

Das sollte leider bei der Pfingstbergkirche von Carlfried Mutschler auch so sein. Aber allein die Außenansicht hat sich so was von gelohnt! Was für eine Kirche! Als wir vor ihr stehen, sind wir total eingenommen und überschlagen uns vor lauter Wows. Kein Witz. Dieser riesige Bau mit dem vielen Glas ergreift einen wirklich! Ich habe noch nie eine Kirche gesehen, die solche Fenster hat — man kann quasi durch die Kirche hindurchsehen. Die Kirche liegt wie in einem Park, sie ist umgeben von vielen großen Kiefern. Ein einziger Traum! Selbst P sagt: „Wirklich beeindruckend“, das hab ich von ihr so noch nie gehört. Sie schaut sich alles ganz interessiert und intensiv an, das freut mich besonders. Auch diese Details, die runden kleinen Glasbausteine in dem Treppenaufgang (?), die Typo an der Fassade neben dem Eingang, ... Einfach alles! So schade, dass viele Kirchen heutzutage nur noch zu Gottesdiensten geöffnet sind. Und so konnten wir diese faszinierende Kirche leider nur von Außen in Augenschein nehmen. Aber allein dafür hat sich der Weg von Karlsruhe nach Mannheim gelohnt!