Samstag, 14. März 2026

Blick zurück

Gesehen I einen schönen Film in der arte Mediathek über ein tolles Künstlerhaus: „Häuser der Kunst — Gabriele Münter und ihr Haus in Murnau“. Mein Besuch in diesem wunderschönen Haus liegt schon etliche Jahre zurück. Ich muss da unbedingt mal wieder hin! Beeindruckt hat mich damals, dass sogar Treppengeländer und Schränke verziert und bemalt waren. Ich wusste gar nicht mehr, dass Gabriele Münter ihre Werke, wie auch einige von Kandinsky und weiteren Mitgliedern des Blauen Reiters vor den Nazis rettete, indem sie in ihrem Keller einen Verschlag baute und dort die Bilder versteckte. Spannend! Zu ihrem 80. Geburtstag hat Münter diesen Schatz dem Lenbachhaus München vermacht. Wie passend, dass das Lenbachhaus vergangenen Dienstag die Ausstellung „Über die Welt hinaus. Der Blaue Reiter“ eröffnet hat. Das Lenbachhaus besitzt die weltweit größte Sammlung dieser Künstlervereinigung. Als die kleine P mal mit den Großeltern Urlaub in Garmisch machte und sie gemeinsam das Münterhaus besuchten, schickte sie mir eine Karte von dort. Das weiß ich noch — weil die Karte ein Motiv aus kleinen Glasperlchen zeigte, was mich faszinierte (hier das Motiv)
Gesehen II einen Film in der BR-Mediathek über den kultigen Taxler aus München, den ich schon so oft auf Insta gesehen habe: „Cissé“. Nettes Portrait. So funny, wie er bayerisch redet
Getan I diverse Radtouren gemacht, u.a. zur Dammerstocksiedlung. Es ist so cool dort (ich freue mich schon, wenn hoffentlich bald „Das Dammerstock“ öffnet — da wird immer fleißig gearbeitet für die Wiedereröffnung dieses Lokals). Schade, dass die Siedlung so bisschen verkommt... Die Häuser sind so super! Ich finde toll, dass wir hier in Karlsruhe so eine Siedlung haben. Wenn man überlegt, dass die fast 100 Jahre alt ist — und wie modern! Ich liebe alles daran. Papa ist ganz meiner Meinung
Getan II mit P eine Ausfahrt nach Stuggi unternommen, um endlich, endlich mal die Weissenhofsiedlung zu besuchen. Warum hab ich das nicht schon viel früher getan? Eigentlich wollte ich hier heute die Bilder zeigen — aber ich habe überlegt, dass ich dieser wunderbaren Siedlung einen eigenen Post widmen möchte. Also demnächst mehr...
Gelesen immer noch und immer wieder in Arno Rinks Buch (s. letzter Blick zurück) und mitgelitten. Diese vielen berührenden, melancholischen Einträge*. Das mit den Milliarden hab ich auch schon so oft gedacht. Diese Ungerechtigkeit
Getrunken den ersten Iced Latte meines Lebens im Café Winter mit P. Wir wollten uns das Cage Kunstwerk in der Evangelischen Stadtkirche anschauen — dann steht dort „montags geschlossen“, oh nooo. Wir sind nach dieser Ernüchterung einfach ein bisschen in dieser Ecke da herumspaziert und haben uns zwei Kaffees im Freien genehmigt. Ich hab P meine alte Grundschule (wie ich mir vorstelle, dass ich da vor vielen Jahrzehnten als kleine Erstklässlerin durch diese dunkelgrüne, schöne Tür marschiert bin) gezeigt — und meine Berufsschule. Und wir haben einen Space entdeckt mit so schönen Dingen wie Sesseln von Dieter Rams, Wassily Chairs und hübschen Leuchten. Ich muss nochmal da hin und herausfinden, was das genau ist
Gegessen ein Stückchen wahnsinnig leckeren Lotus Cheesecake, den L und K unverhofft eines Tages, direkt nachdem sie aus der Schule kamen, zubereitet haben (das Rezept hatten sie auf TikTok entdeckt und mir dann Anweisungen für meinen Wocheneinkauf gegeben, haha). So was von guat
Gelacht als ich da so im Dammerstock staunend mein Rad durch die Straßen schiebe, komme ich an einer Garage vorbei... Sie ist halb geöffnet, Musik dringt heraus. Ich schaue genauer hin und sehe, wie ein junger Typ auf einem Barber-Stuhl sitzt und von einem anderen die Haare geschnitten kriegt. Sweet. Das musste ich gleich K schicken — er hat auch ein paar Kollegen, die Keller- oder Garagenfriseursalons betreiben, hehe
Gefreut I dass selbst die abgefallenen Blütenblätter der Tulpen gut aussehen auf dem Tisch
Gefreut II über einen sehr schönen Spruch des Tages in der Familiengruppe
Geärgert über das falsche Presseerzeugnis im „Angebot“. Ich sitze gerade im Park auf einer Bank, mein Rad neben mir, die plätschernde Alb und ein weiß blühender Baum vor mir, auf meinem Schoß einen Block zum Schreiben, als ein Mann vorbei kommt und mich anspricht: „Hallo! Würden Sie sich über eine Zeitung freuen?“ Ich stutze kurz, mustere die Zeitung, die er in seiner Hand hält, und sage dann: „Oh, nein danke.“ Er hatte die „Welt“ bei sich und Springerpresse geht halt gar nicht für mich. Eine Süddeutsche hätte ich sofort genommen. Eigentlich eine nice Idee, ausgelesene Zeitungen weiterzugeben...
Gestaunt was K alles weiß. Wir sitzen zusammen im Auto, ich hinterm Steuer. Als ich um die Kurve fahre und es bissl ruckelt, moniert K: „Pass auf, gleich geht er wieder aus.“ „Nee, nee ich hab das Auto im Griff.“ Da lacht er. Aber ich habe ein anderes Anliegen: „Manchmal hab ich bei diesem Wagen beim Runterschalten bissl das Gefühl, dass er noch zu hoch dreht. Das ist mir früher nie passiert.“ K hat wie immer die Lösung: „Du musst Rev-matching machen.“ „Hö, was ist das denn??“ Und dann erklärt er mir mit seinen Worten, was Google so erklärt: „Rev-Matching (Drehzahlanpassung) ist eine Technik beim Herunterschalten in manuellen Getrieben, bei der durch einen kurzen Gasstoß (Zwischengas) die Motordrehzahl an die höhere Getriebedrehzahl des niedrigeren Gangs angeglichen wird. Dies verhindert ruckartige Lastwechsel, schont Kupplung und Antriebsstrategie und erhöht die Fahrstabilität“. Ahaaa, ich versuch das mal, haha. Oder beim nächsten Wagen gleich Automatik nehmen?!
Gewundert dass unser  deutsches Wort „Spielfeld“ (aus dem Sport) unterschiedliche Begriffe im Englischen hat. Ich denke laut nach, weil ich ja gerade dieses supergute Buch von Arno Rink lese: „Arno ist ein cooler Name, wie dieser italienische Fluss. Und Rink klingt irgendwie englisch. Wie sink, das Waschbecken. Könnte rink im Englischen auch was bedeuten?“ P klinkt sich ein: „Jaa! Das ist der Begriff für das Eishockeyfeld, das heißt rink!“ „Ohaaa. Das hab ich noch nie gehört.“ P weiter: „Interessant ist, dass im Englischen die Spielfelder unterschiedliche Namen haben. Also rink beim Eishockey. Field bei Fußball oder Football. Und court beim Basketball.“ Wie gut, dass ich Kinder habe, so lerne ich niemals aus
Gelernt I noch eine neue englische Begrifflichkeit von meinem Englisch-Käpsele. Ich weiß gar nicht mehr, um welches Thema es ging, jedenfalls machte ich einen kurzen, genervten Schnauf-Laut und P fragte: „What are you huffing and puffing about?“ Allein dieser Spruch hat den kleinen Anflug von Unmut sofort beseitigt, hahaha. Was für ein witziger Ausdruck
Gelernt II dass Blu nicht gleich Blue ist, das hab ich mich nämlich gefragt, als ich das „BLU“-Kennzeichen gesehen habe
Gekauft Biscoff Creme für Ls vorzüglichen Lotus Cheese Cake

Schönes Wochenende!

*Auszüge aus Arno Rinks Tagebuch:

Montag, 19. April 1999
Draußen ist der Himmel klar, voller Sterne. Es wird diese Nacht wieder Frost geben. Alles ist schon wieder durcheinander und in seinem Wachstum behindert. Künstlerische Arbeit findet so gut wie nicht statt. Ich weiß auch nicht, ob das jemals wieder wird. Ich möchte zwar immer, aber es ist rein theoretisch, wie so vieles andere auch. Es kann doch nicht sein, dass ein Mangel an diesem scheiß Serotonin mich jahrelang so macht, wie ich bin. Auf den Mars fliegen und solchen Scheiß, das geht, aber in den Kopf, da ist Schluss.

Dienstag, 20. April 1999
Ich hatte mir von diesem Frühling und Sommer mehr Gutes erwartet. Ich sitze hier um kurz vor 12 bei Sonnenschein und bin absolut trübsinnig. Ich habe meine Hände vor mir auf dem Schreibtisch liegen, natürlich immer noch am Körper, und es fasziniert mich, wie diese Formen funktionieren und reagieren. Es ist ein Wunder. Die meisten Menschen nehmen diese Wunder nicht zur Kenntnis. Die Augen, der pure Wahnsinn. Wie funktioniert so etwas bei aller Empfindlichkeit?

Dienstag, 15. August 2000
Ich nehme jetzt wegen der Psyche keinerlei Tabletten mehr und so soll es wohl auch bleiben. Es hängt immer von meinen Problemen im richtigen Leben ab. Wenn da zu viel zusammen kommt, schaffe ich es nicht. 
Es ist unglaublich, dass wir zu den Sternen fliegen können für Milliarden Dollar und nicht in der Lage sind, die Menschen auf dem Planeten zu ernähren. Das sind die einfachen Widersprüche, die mir einfach nicht aufgehen.

































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