Samstag, 7. März 2026

Blick zurück

Gesehen GNTM
Gehört Peer Gynt — 1. Suite op. 46. I Morgenstimmung. Ein wiederkehrendes Thema im Film „Ach, diese Lücke, diese entsetzliche Lücke“
Getan meine neue Brille in der Stadt abgeholt, mich mit P verabredet und danach das Museum beim Markt besucht. So krass, dass dort einige Dinge ausgestellt sind, die wir auch zuhause haben oder hatten — z.B. die Eclisse Leuchte von Vico Magistretti, eine Vase aus der Wiener Werkstätte von Josef Hoffmann, den Chair One von Grcic oder den „Schneewittchensarg“ von Braun, den ich als Kleinkind geschrottet hab. Super interessant fand ich auch die Frankfurter Küche. Und wirklich erstaunt hat mich, dass ich ausgerechnet ein Fenster von Frank Lloyd Wright dort entdecke, ohaa (siehe „gelesen“). Anschließend haben wir einen Cappuccino in der Sonne getrunken. P: „Holen wir uns einfach einen Kaffee bei Megges, ich hab da gerade einen Gutschein!, und setzen uns auf den Marktplatz, da ist gerade keine Baustelle, lol. Dann können wir Leute beobachten.“ Das hab ich schon immer sehr gerne gemacht — einfach in der Fuzo gesessen und gelinst (wir saßen da, wo das rote Kreuz ist auf der Retro-Postkarte, auch wenn es heute leider nicht mehr so schön aussieht auf dem Marktplatz wie damals). Anschließend waren wir in der evangelischen Stadtkirche und wurden unverhofft Zeugen davon, wie gerade das Kunstwerk „The Cage“ von Fahar Al-Salih (hier mehr Infos) aufgebaut wird. Spannend. Ich hab dieses Werk schon vor ein paar Jahren auf der art Karlsruhe gesehen. Danach bin ich über meinen Lieblingshäuser-Weg zurückgeradelt, während P die Bahn genommen hat
Gelesen I endlich eine Ausgabe des AD Magazins ergattert und den Bericht über Bill Kaulitz’ Bungalow von Frank Lloyd Wright Jr. gelesen. So ein großartiges Haus. Und dieser Blick über Los Angeles, Wahnsinn (hier, auf dem ersten Foto)
Gelesen II in „Arno Rink — Ich bin kein moderner Künstler“, eine Buchempfehlung, die ich auf Insta entdeckt habe. Arno Rink (1940 — 2017) war Professor und Rektor der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig und Wegbereiter der Neuen Leipziger Schule (und blieb als einziger Rektor der ehemaligen DDR-Hochschulen nach der Wende im Amt). Seine Schüler waren u.a. Neo Rauch, Rosa Loy, Christoph Ruckhäberle und Tilo Baumgärtel. Der Maler hat 17 Skizzen- und Tagebücher hinterlassen, von denen in diesem Buch eine Auswahl zu sehen und zu lesen ist — obwohl die Tagebücher nicht zur Veröffentlichung gedacht waren, sondern für Arno Rink in erster Linie ein privater Rückzugsort. Der letzte Eintrag ist vom 1. September 2017, geschrieben vier Tage vor seinem Tod. Als ich mich für den Buchtipp bedanke, schreibt mir der Empfehler: „Das Buch ist sehr aufschlussreich, aber sehr düster. Der Mann war auch von Selbstzweifeln geplagt.“ Ich mag gerade die Brüche in Biografien! So ein tolles (auch super gestaltetes) Buch. Man überlegt glatt, ob man mit Tagebuchschreiben anfangen soll. Neo Rauch findet schöne Worte in seinem Vorwort: „Der dunkle Ton, der diese Seiten durchzieht. (...) Dein unbarmherziger Umgang mit dir selbst in deinem Ringen um künstlerische und menschliche Wahrhaftigkeit! Diese enorme Schwermut, die sich hier in in Textform konzentriert findet; aber auch dein trockener Humor, den ich so an dir mag.“ Ein anderer ehemaliger Schüler, Michael Triegel, schreibt: In den letzten Jahren, solange es Arno noch gut ging, machten wir beide zuweilen ausgedehnte Spaziergänge mit den Hunden durch die Auenlandschaften vor den Toren Leipzigs. Ich erzählte von Reisen, wir sprachen über Kunst und Literatur, dabei oft über Marcel Proust*.“ (Immer wieder Proust... der verfolgt mich gerade bisschen... wo doch meine Kinder neulich von meiner Idee, den Proust-Fragebogen auszufüllen, nur so semi begeistert waren)
Getrunken ein großes Sprite beim Italiener
Gegessen Nüsse
Gelacht I P kommt vom Arzt und sie erzählt: „Das Wartezimmer war so voll. Junge, und dann wieder dieses Szenario. Die Arzthelferin kommt ins Wartezimmer und sagt 'Herr Schenk, bitte' — und ich weiß, dass ich gemeint bin, und ich lache schon und stehe auf und 20 Leute gucken mich komisch an. Weil die Helferinnen meinen Namen nie genau lesen: 'Oh, ich habe Philipp gelesen'. Das passiert mir so oft.“ Heieiei
Gelacht II ich will meinem Bruderherz zum Geburtstag eine LP zukommen lassen (er besitzt noch einen Plattenspieler, um den ich ihn gelegentlich beneide) und bestelle in einem Shop im Netz eine LP für ihn. Tags darauf erreicht mich eine funny Nachricht. Naja, einerseits funny — weil sie liebenswert verpeilt ist. Andererseits musste ich umdisponieren und überlegen, was ich stattdessen schenken könnte... und die Zeit war schon bissl knapp. Ich hab dann eine Graphic Novel geordert. Zu spät hab ich mich daran erinnert, dass mein Bruderherz zu seinem Geburtstag ja verreist ist, oh nooo. Ich hoffe, das wird noch was mit dem Geburtstagsgeschenk...
Gelacht III L rennt mal wieder in der Wohnung herum. P zu L: „Wenn in einem Quiz dran käme, welche Frage meine Schwester am meisten stellt, würde ich antworten: 'Wo ist mein Handy?'“
Gelacht IV über lustige Hasen im Supermarkt
Gelacht V als P eine neue Variante Kinder Pingui vom Einkaufen mitbringt: „Inspiriert von Sachertorte“ steht drauf, und „Limited Edition“, hehe. Ich liebe Sachertorte. Ich durfte sogar probieren — war guat!
Gefreut I dass meine Kinder so zusammenhalten. L hat ein Vorstellungsgespräch und alle drei fahren zusammen hin. Das nenne ich maximale seelische Unterstützung. Ich liebe meine Kinder. Das zu sehen macht mich glücklich
Gefreut II über die täglichen Fotos in meinem Notes-of-Berlin-Kalender
Gefreut III dass die falschen Mimosen wieder blühen
Gefreut IV über random coolen Streetstyle in der Stadt
Geärgert dass die Politessen neuerdings wirklich Tickets verteilen (ein Glück diesmal nicht bei uns!), wenn man gegen die Fahrtrichtung parkt. Wo doch K die ganze Zeit immer behauptet hat, da würde nichts passieren
Gelernt I dass Five Guys eine neue Pommesvariante eingeführt hat. P: „Bei Five Guys gibt es jetzt loaded fries!!“ „Was ist das??“ „Pommes mit so Sachen wie Käsesoße oder gerösteten Zwiebeln.“ „Uaaah, echt? Ich steh auf klassische Pommes, nur mit Ketchup, sonst nix.“ „Doooch! Ich feier das!!“ Ich seh uns bald bei Five Guys, hahaha
Gelernt II dass jeder Vollmond im Monat einen eigenen Namen hat. Hui. Der im Februar hieß Schneemond. Im April ist es der Pinke Mond. Im Mai gibt es den Blumenmond, wegen der ersten Blüten und im Oktober den Weinmond, pünktlich zur Weinlese. Der Erdbeermond im Juni hat seinen Namen von indigenen amerikanischen Völkern, die im Juni ihre Erdbeeren ernten. Dazu passte der Vollmond in der Früh, als ich zum Einkaufen unterwegs war, der so groß und weiß zwischen einem hellrosahellblau-Verlauf unterging. Das sah so toll aus... ich hab versucht, das aus dem Gedächtnis kurz grafisch nachzubauen
Gekauft I tatsächlich das Haarserum, hehehe. Ich bin gespannt, ob das wirklich so übel krass ist. L wird es herausfinden
Gekauft II einen kleinen, grünen Glas-Flacon aus Ägypten im Museumshop

Schönes Wochenende!

*Das Leben selbst führt uns nach und nach, 
von Fall zu Fall, zu der Wahrnehmung, dass alles das, 
was uns für unser Herz oder für unseren Geist 
das Allerwichtigste ist, uns nicht durch 
vernunftmäßige Überlegung zuteil wird, 
sondern durch andere Mächte. 

Valentin Louis Georges Eugène Marcel Proust










































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