Samstag, 7. November 2026

Blick zurück

Gesehen einen Bericht in der Kulturzeit über eine neue Ausstellung in Wiesbaden... Es geht darin um die Künstlerinnern des Blauen Reiters. Die Ausstellung heißt „Die Blauen Reiterreiterinnen“, (hier mehr). Die Malerinnen fanden bisher viel zu wenig Beachtung, namentlich Erma Bossi, Sonia Delaunay-Terk, Emmi Dresler, Elisabeth Epstein, Elisabeth Erdmann-Macke, Maria Franck-Marc, Natalia Gontscharowa, Else Lasker-Schüler, Olga Meerson, Gabriele Münter, Carla Pohle, Marianne von Werefkin. Sie sind mindestens genauso gut wie ihre männlichen Kollegen. Im Oktober 2027 kommt die Ausstellung nach München ins Lenbachhaus (hier mehr). Ich mag besonders Else Laske-Schüler, auch ihren Briefwechsel mit Franz Marc, der tragisch endete, als Franz Marc im März 1916 bei Verdun fiel (sie schickten sich selbst illustrierte Postkarten). Laske-Schüler war so modern, nicht nur ihre Malerei, sondern auch ihre Zeilen, z.B. an Marianne von Werefkin 1913 (ich mag crazy): „Hochverehrte Prinzessin, vieladeliger wildes Junge, süße Malerin, wann darf ich kommen — ich träume von der Süßigkeit Ihrer Bilder. (Der Prinz von Theben) Else Lasker-Schüler (Des blauen Reiterreiterin Freundin.)“ Ich hab dann noch ein bisschen weiter recherchiert nach Else Laske-Schüler und einige sehr schöne Sprüche von ihr gefunden zum Thema Liebe*
Getan I gestempelt mit meinem neuen alten Stempel. Erstens fand ich cool, dass der rot ist. Zweitens fand ich den Wortlaut witzig
Getan II zur Kunstakademie geradelt und die Ausstellung der Bewerber um die Stipendien der Graduiertenförderung des Landes Baden-Württemberg angelinst. Eine tolle Ausstellung! Lustiges Detail: Hinter jedem Namen klebte so eine runde, goldene Folie von einer Sektkapsel an der Wand
Gelesen viele Beschreibungen von ausgezeichneten Entwürfen von jungen Architekten in der (Wander-)Ausstellung „max40“ in der hiesigen Fakultät für Architektur (noch bis 13.11.26). Auf der max40-Seite heißt es: „Die zehn BDA-Landesverbände Baden-Württemberg, Bayern, Brandenburg, Hessen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Saarland, Sachsen-Anhalt, Sachsen und Thüringen vergeben 2026 erstmals gemeinsam den Architekturpreis max40 für junge Architektinnen und Architekten. Die Auszeichnung des Bundes Deutscher Architektinnen und Architekten (BDA) versteht sich als Förderpreis und soll in der Öffentlichkeit auf die Architekturqualität junger Büros aufmerksam machen, diese zur Diskussion zu stellen und aufzeigen, welche Potenziale ungenutzt bleiben, wenn junge Architektinnen und Architekten nicht unterstützt werden. Der Architekturpreis wird an realisierte Bauwerke vergeben und ist als Ehrenpreis nicht dotiert. Eine unabhängige Jury wählt aus allen eingereichten Arbeiten die Preisträgerprojekte aus; zusätzlich können Anerkennungen ausgesprochen werden.“ (Finde bissl doof, wenn es nur um die Ehre geht und es kein Preisgeld gibt, hm.) Hier geht’s zur Seite mit den Preisträgern. Auf dem Heimweg bin ich durch den Schlossgarten geradelt und noch kurz in die Junge Kunsthalle. Die Museumswärterinnen dort haben mich angeschaut wie ein Auto, so richtig mit Umdrehen. Weil die Ausstellung „Graphic Stories“ (hier) eher für Jugendliche gedacht ist. Aber Graphic Novels und Comics sind doch für alle toll, nicht nur für die Jungen. Hm
Getrunken ein Radler am Halloweenabend. Das Stiegl-Radler haben mir P und L aus einem Hofer in Innsbruck mitgebracht. Diese Halloween-Gummibärchen-Augen konnte ich nicht essen — das Vampirgebiss war dafür lecker haha. Und Ps Kostüm, bzw. den Cowboyhut, mochte ich. Der Hut ist original aus den USA, den hat ihr ihre Schwester drüben geschenkt
Gegessen einen Big Krüml OG Cookie bei Goldies. Sehr guat. Ich mag Goldies, nicht nur den Namen, auch die Ausstattung, den Slogan („Best bad food in town“), das Packaging, und dass sie ihr Farbkonzept bis ins Bathroom durchziehen
Gelacht I als ich beim Aufräumen in Ks Zimmer auf seinem Nachttischchen meine „Mutti“-Tasse entdecke
Gelacht II als ich auf Insta ein Reel sehe, in dem erklärt ist, wie man im Mini „Discolight“ aktiviert (für wechselnde Farben der LED-Beleuchtung für fünf Sekunden den Knopf „Innenbeleuchtung“ unter dem Rückspiegel drücken, bis es kurz blinkt). Ich steh aber überhaupt nicht auf Ambient-Beleuchtung, daher funktionierte mein erster Versuch nicht — weil ich generell diese Beleuchtung ausgeschaltet hatte. Beim zweiten Anlauf klappte es. Ich hab das mal K geschickt, ob er dieses Feature kannt, haha. Fun fact: Er kannte es nicht! Dass er mal was nicht weiß, süß
Gefreut I über eine schöne Geschichte einer Leserin zum Thema Mono-Besteck: „Als du heute von Mono geschrieben hast, dachte ich, muss ich mich mal bei dir melden, denn die haben ihr Werk ja in Mettmann, wo ich wohne. Unser ‘gutes’ Besteck ist von Mono, das zu besonderen Gelegenheiten auf den Tisch
kommt. Aber wir haben auch ein paar Teile, die quasi täglich im Einsatz sind. Wir haben es damals von unserem Hochzeitsgeld in Karlsruhe bei burger in der Waldstraße gekauft, wir wohnten da noch in Gaggenau. Und als wir dann nach Mettmann gezogen sind, habe ich nicht schlecht gestaunt, als ich erfahren habe, dass hier das Werk von Mono ist. Einmal im Jahr, im Sommer, machen sie ‘Nachtschicht’ – da kann man dann abends bei der Produktion zuschauen (die alten Schleifmaschinen sind ein Hingucker für sich und funktionieren noch immer!), es gibt etwas zu essen und zu trinken und man noch Schnäppchen machen. Sehr interessant!“ Dass das Werk in Mettmann ist, wusste ich. Dass es dort so tolle Events gibt, nicht. Schade, dass das nicht näher liegt, das würde mich sehr, sehr interessieren. Vor allem die Nachtschicht und die Maschinen! So was finde ich immer total spannend
Gefreut II dass eine Kalender-Stammkundin fragte, ob es dieses Jahr keine philuko-Kalender gäbe. Wie schön! Doch, es wird sie geben. Ich bin in den letzten Zügen (aber diesmal gibt es sie hier über den Blog per Mail zu erwerben)
Gefreut III noch immer über die Keksdose in Waffeloptik aus dem Garmischer Manner-Laden
Geärgert dass Ls BahnCard-Probeabo einfach in ein normales Abo überging, so fies. Und sie hat es vergessen, rechtzeitig zu kündigen
Gefreut III dass P von ihrem Strasbourg-Trip überraschend einen 4er-Pack Crème brûlée mitbringt. Besonders cool finde ich, dass das in kleinen runden Gläschen drinnen ist, das sieht hübsch aus (auch hinterher, einmal kurz durchgespült und zum Teelicht umfunktioniert, hehe). Leider hab ich für den Karamellzucker keinen Bunsenbrenner, aber das schmeckte auch ohne Flambieren top. Ich mag das Wort éclat
Gewundert I über ein großes S in den Reben von Erlenbach (bei Heilbronn). Auf dem Weg nach Erlangen sind wir durch diese tolle Landschaft mit den vielen Weinbergen durchgefahren. Ich will da unbedingt nochmal hin und mir das genauer anschauen, z.B. die St. Martinus Kirche. Und als ich so in Google Maps über den Ort „geflogen“ bin, ist mir das „S“ im Weinberg aufgefallen, hehe
Gewundert II über ein amerikanisches Nummernschild hier in Karlsruhe. Haha, P ist natürlich sofort Feuer und Flamme. Ihr „Das insane“ dazu, ich musste so lachen
Gelernt I dass die Karlsruher Mess’ (also der Jahrmarkt) älter ist als die Wiesn oder der Cannstatter Wasen, haha. Um genau zu sein gab es die erste Mess’ hier am 2. November 1717 (sehr coole Zahl außerdem); die Wiesn am 12. Oktober 1810 und den Cannstatter Wasen seit 28. September 1818... Ahaaa
Gelernt II wie man „fad“ sagt in Amerika — also wenn das Essen zu wenig gesalzen ist. P wusste das Wort selbst nicht und erfuhr es vor Ort. Sie war mit ihren Eltern am letzten Tag bei Olive Garden essen. Als sie ihr Gericht probierte, dachte sie so bei sich „Oh das ist aber leis, vor allem die Nudeln, null gesalzen“ („leis“ sagt die eine Omi in der Heimat immer, wenn Essen wenig gewürzt ist, hehe). Und dann fragte sie ihren US-Papa, wie heißt das Wort „If there’s not enough flavour? If it needs seasoning or something?“ Und er meinte: „Bland“
Gekauft ein Kochbuch von Saskia Diez (ich wusste gar nicht, dass sie auch leidenschaftlich kocht, neben ihrem Schmuckdesign). Nur wegen eines bestimmten Rezepts, das Johanna Adorjan auf Insta in ihrem kleinen Text zum Buch spoilerte: Schokoladentarte mit Brezelcrunch. Ohhh. Das muss ich ausprobieren
Gekauft II einen kleinen Glubschi für L. Die Plüschtiere mochte sie als Kind so gern, also dachte ich, als ich die an der Kasse sah, überrasche ich sie mit einem Schlüsselanhänger. Die Glubschis und ich sind im Belladonna-Club. Das fällt mir jetzt erst auf — meine Augen sahen exakt so aus wie die von dem Glubschi, als ich vom Augenarzt kam neulich, help. Danach spazierte ich im Musikerviertel an wundervollen Häusern vorbei. Eins schöner als das andere. Sigh

Schönes Wochenende!

*

Die Liebe ist ein von allerhöchsten Höhen geweihter Zustand, den man wie Duft über sich kommen lassen sollte.

*

Für die Zeit der Liebe ist es aus mit dem Mittelmaß. Kein Alltag, nirgends.

*

Du weißt doch, was ich von der Liebe halte. 
Wäre sie eine Fahne, ich würde sie erobern oder für sie fallen. 

*

Wenn wir uns ansehn, 
Blühn unsere Augen.
Und wie wir staunen
Vor unseren Wundern — nicht?

*

Seit du begraben liegst auf dem Hügel
ist die Erde duster. [...]
Aber meine Liebe zu dir stirbt nicht, 
Sie glüht wie ein ewiges Licht.





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