Samstag, 11. April 2026

Blick zurück

Gesehen Neapel — Stadt der Künste in der ARD Mediathek. Ich wusste gar nicht, dass Neapel früher die drittgrößte Stadt in Europa war, nach London und Paris und dass dort eine große Kunstszene war... Die „Neapoletanische Malerei“ bezeichnet eine eigene Kunstrichtung in der Malerei (16. bis 18. Jahrhundert)! Und dieses Pompeji — so faszinierend! Ein sympathischer Deutscher, Gabriel Zuchtriegel, leitet seit 2021 diese Wahnsinns-Ausgrabungsstätte. Ich finde so krass, dass 79 n. Chr. diese Stadt durch den Ausbruch des Vesuvs begraben wurde und trotzdem heute noch wunderschöne Fresken an den Wänden zu sehen sind — damals habe man die Wände immer wieder neu übermalt, so wie man heute Tapeten wechsele, sagte der Direktor. Pompeji wurde im 18. Jahrhundert wieder entdeckt. Soo interessant
Gehört und seeehr gelacht, als K ins Bad verschwindet und aus der Box „Robin S — Show Me Love“ dröhnt. Ich dann zu L: „Hahaha, das ist ja voll das alte Lied! Das haben wir früher gehört. Woher kennt ihr das? Von TikTok??“ „Jaa.“ Der Song ist von 1993!!
Getan I endlich meinen neuen Führerschein abgeholt — längst überfällig (hier zu den Fristen für den Führerscheintausch). Aber ich wurde in meinem ganzen Leben bisher ein Mal kontrolliert. Das war, als ich über eine „rote“ Ampel gefahren bin, vor Jahrzehnten. Ich war auf dem Weg zur Berufsschule nach Karlsruhe und wurde von einem Polizeimotorrad herausgezogen. Danach sah ich den Polizisten vor Gericht wieder — er behauptete, die Ampel sei rot gewesen; ich war der Meinung, sie war orange. Aussage gegen Aussage, hehe. Der Richter fragte mich ganz am Anfang der Verhandlung: „Als erstes muss ich Sie fragen, wie alt Sie sind? Sie sehen so jung aus und ich bin erst für Menschen ab 21 zuständig.“ Das war lustig. Er hat dann einen okayen Kompromiss gefunden
Gelesen über Mark Twain, hier. Mein Papa hat uns nämlich ein Buch namens „Bummel durch Deutschland“ von Mark Twain zukommen lassen, in dem es u.a. um seinen Aufenthalt in Heidelberg geht. Ich hatte keine Ahnung, dass Mark Twain dort eine Zeit lebte — und dass er diese Stadt so liebte. Im Buch heißt es: „Man sagt sich, dass Heidelberg bei Tag die äußerste Möglichkeit des Schönen darstellt.“ Im Zuge einer eingehenderen Recherche bin ich dann auf die Homepage oben gestoßen. Am besten gefällt mir, wie humorvoll Mark Twain scheinbar war. Er hatte außerdem ein ambivalentes Verhältnis zur deutschen Sprache, haha„…went down to Mannheim to see King Lear played in German. It was a mistake.“ oder „My philological studies have satisfied me that a gifted person ought to learn English (…) in 30 hours, French in 30 days, and German in 30 years.“ oder „Some German words are so long that they have a perspective. Observe these examples: Freundschaftsbezeigungen. Dilettantenaufdringlichkeiten. Stadtverordnetenversammlungen. These things are not words, they are alphabetical processions.“ 
Getan II K bei der ersten Steuererklärung seines Lebens geholfen
Getrunken einen Latte Macchiato am Rhein (warum hat man eigentlich auf Fotos so oft die Augen zu? L ja auch)
Gegessen Auszogne. Auf vielfachen Wunsch einer Einzelnen (hier L) hab ich die mal wieder gemacht. In letzter Zeit lag sie mir oft in den Ohren: „Wann machst du wieder Auszogne??“. Als ich gerade am Werkeln bin, kommt K in die Küche. „Was machst du da?“ Ich: „Auszogne.“ K: „Wie?“ „Auszogne. Weißt du nicht mehr, was das ist?“ „Nee.“ Scheinbar haben die nur bei L so großen Eindruck hinterlassen, haha
Gelacht über heutige Kommunikationstechniken. P ist im besagten Club in Paris (siehe Gestaunt) und steht auf dem Dancefloor. Da kommt ein Franzose an und sagt zu ihr: „T’es magnifique!“ (ja er sagte es genauso, abgekürzt, ohne das u nach dem t) und sie dann: „Merci“ Der Junge will ein Gespräch auf Französisch beginnen, aber P versteht nicht viel: „Je suis allemand.“ Da zückt der Junge sein Handy und benutzt für seine weitere Kommunikation die Übersetzer-App, lol
Gefreut I über Mitbringsel und weitere Fotos aus Paris. P kennt mich gut. Sie weiß, dass ich mich über einen ganz normalen Schreibblock oder über Kunstkärtchen mehr freue als über irgendwelche Standardsouvenirs. An einem Tag schrieb sie mir von dort: „Kennst du Henri Rousseau?“ „Ja, warum? Dessen Dschungelbilder haben wir im Kunstunterricht durchgenommen.“ „Ich schaue mir gerade eine Ausstellung von ihm an im Musée l’Orangerie.“ Awww. Allein der Ausstellungsflyer, den sie vom Museum mitbrachte, ist top. (Bei der Evian-Flasche fragte sie mich das gleiche: „Kennst du Jeff Koons?“ „Jaaa natürlich!“ und L klinkt sich ein: „Ich mag seine Kunst.“) „Für Sehenswürdigkeiten hab ich genau 0 EUR ausgegeben. In die ganzen Kirchen und Museen kommst du umsonst rein. Ich hab eigentlich nur Geld für Essen gebraucht. Am letzten Tag hab ich mich mal überwunden, auf französisch zu bestellen: 'Je voudrais un pain au chocolat et un croissant, s’il vous plaît' und die Frau hinter der Theke zeigt null Regung, sagt einfach nichts, sagt noch nicht mal den Preis. Wie arrogant kann man sein? Sollen sie doch froh sein, dass jemand Respekt hat und versucht, in ihrer Landessprache zu kommunizieren. Ich verstehe es nicht.“ 
Gefreut II über ein Bouquet Blümchen für den Balkon von meiner Mama. So eine schöne Oster-Tradition <3 Und diesmal sind alle Blümchen weiß — oder im Jargon meiner Kinder „clean“, hehe. Mir war neu, dass es weiße Vergissmeinnicht und weiße Veilchen gibt! 
Gefreut III über die Lichtreflexe meiner Armreifen, als ich auf dem Balkon in der Sonne sitze und mein Buch von Arno Rink zu Ende lese. Ich bin immer traurig, wenn ein gutes Buch endet. Diesmal auch. Auch wenn es sehr, sehr traurig war (Depressionen plus Krebs — was manche Menschen aushalten müssen, ist schlimm)
Geärgert dass ausgerechnet bei wichtigen, eiligen Drucksachen der Toner streikt. Ja, jemandem zu sagen, dass man ihn liebt, ist wichtig. Sehr wichtig
Gestaunt I über Pizza-Preise in Paris. P: „Wir waren ein Mal Pizza essen. Eine Pizza hat 25 EUR gekostet.“ 
Gestaunt II dass es keine nicht-alkoholischen Getränke gibt in dem Club, den P in Paris besucht hat (Duplex heißt der, von dort stammt auch der Shot-Gutschein auf dem Souvenir-Foto). P: „Ich trinke ja keinen Alkohol mehr und ich wollte mir an der Bar ein Cola bestellen. Das gab es da nicht! Dann hab ich gesagt, ich möchte ein Wasser — und selbst das gab es nicht!! Die haben mir einfach einen Becher gegeben und damit sollte ich zur Toilette gehen und mir Wasser vom Hahn holen!! Immerhin war das kostenlos, hahaha.“ „Wie bitte?? Und schmeckt das Leitungswasser da auch so nach Chlor, so wie in den USA?“ „Jaaa.“ Oh nooo
Gelernt wie Handtücher auf Französisch heißen. P meint: „Die heißen serviettes. Meine französische Freundin sagt immer zu mir auf deutsch, wenn sie ein Handtuch holt: Ich brauche eine Serviette.“ Wie süß
Gekauft einen Gedichtband* von Cees Nooteboom (bei der Unterschrift hab ich erst überlegt, ob die gedruckt ist oder echt. Ich fürchte, ersteres). So lustig, wie in niederländischen Namen oft diese Doppelvokale vorkommen. Die Mutter eines ehemaligen Klassenkameraden von K hieß Roos, der Sohn Daan. Der Sohn meiner Freundin heißt mit zweitem Vornamen Jaap. Cool

Schönes Wochenende!

*Selbst

So gefestigt in seiner Einsamkeit
wie ein Schiffswrack aus Bronze gegossen,

so betrachtet er die Glücklichen 
auf ihren ewigen Feldern 
am Ende eines Alls.

Andere Menschen in einer abwesenden Welt, 
in der seine Gesten nicht gelten, 
seine Worte nicht wahr sind.

Wo er lebt, dort heißen die Dinge anders, 
da kauft man seine Genesung mit Geld, 
das man selber herstellt aus Stroh und 
aus Tränen.

Dort wollen die Kreise nicht rund sein, 
die Zahlen nicht brechen.

Dort beschließt man das Ende von

Selbst.


















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