Mittwoch, 22. Juli 2020

Das neue alte super-schöne Super-Sofa

Darf ich vorstellen, mein neues Sofa! Ich lüge nicht, wenn ich sage, dass ich auf dieses Teil ein Auge geworfen habe, seit ich denken kann. Auf diesem Sofa habe ich schon als Baby gelegen! Es wurde 1968 von meinen Eltern angeschafft. Eigentlich wollte ich der Couch einen Platz in meiner Rubrik „Liebling der Woche“ geben, aber das wäre ihr nicht gerecht geworden. Sie ist nämlich ein „Liebling des Lebens“. Sie stammt vom Designer Gianni Songia und heißt GS 195. Heute werden diese Sofas für ein Vermögen gehandelt, wie meine Recherche ergab.

Ende der 1960er-Jahre lebte das Prachtexemplar in der Wohnung meiner Eltern in Würzburg, wo mein Papa Medizin studierte und meine Mama Lehrerin war. Ab 1972 stand das Sofa im 15. Stock eines Hochhauses hier in Karlsruhe, später etliche Jahre auf dem Land im Sprechzimmer meines Vaters — und nach der Pensionierung ewig im Keller. Das Sofa war eines der wenigen Möbel, die beim Praxisverkauf gerettet wurden, neben ein paar Sesseln. Ich trauere noch immer um meterweise USM-Regale, die der Nachfolger einfach zum Sperrmüll gegeben hat. Auaaaahhh!!!

Kurz bevor das Sofa bei uns eingezogen ist, genoss es zwei Wochen Verjüngungskur: Sein 52 Jahre altes, rissiges Leder wurde durch neues glattes ersetzt, außerdem wurden die Polster ausgetauscht. Ich traue mich kaum, auf diesem Prachtstück Platz zu nehmen, so kostbar fühlt es sich an. Was mir besonders gut gefällt: Die Lehne lässt sich nach hinten schieben und zack wird aus dem Sofa ein Schlafgemach.

Meine drei Jugendlichen lieben es, weil man so gut drauf fläzen kann, oder Selfies knipsen: „Voll chillig!“

Mein Papa fragte, warum wir das nicht schon längst gemacht haben? Gute Frage. Aber besser spät, als nie.










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