Donnerstag, 24. Oktober 2019

Zu Gast bei... Nicole in Halle/Saale

Als ich Nicole über SoLebIch.de frage, ob sie Lust hätte auf eine Homestory auf meinem Blog, bekomme ich postwendend zur Antwort: „Es wäre der Hammer und ein schönes Kompliment für mich. Wo ich mir doch von deiner Seite so viele Inspos geholt habe.“ Doppelte Freude meinerseits. Erstens über die blitzschnelle, positive Rückmeldung und zweitens über die Bemerkung, dass mein Blog als Inspirationsquelle dient. Danke, danke! 

Die gebürtige Leipzigerin Nicole ist der Liebe wegen nach Halle an der Saale gezogen. 2008 hat sie zusammen mit ihrem Mann mit der Renovierung ihres kleinen Stadthauses begonnen. Das Haus ist Baujahr 1934 und im Schollehaus-Stil erbaut. Sie leben zu viert, mit Katze Frieda, auf ca. 140 Quadratmetern. Nicole: „Aktuell findet man mich nicht selten mit Babytrage im Garten. Denn neben dem Einrichten ist die Gartenarbeit für mich wie Yoga fürs Herz.“ Das glaub ich sofort — bei diesem verwunschenen bunten Garten (ich bin dezent neidisch!).

Hereinspaziert in Nicoles wunderbares Zuhause!

Mehr Einblicke von Nicole auf SoLebIch.de


Fotos © Nicole/nihau


















Ihr lebt in einem wunderschönen Reihenhaus. Wie seid ihr an dieses tolle Stück gekommen? Gibt es eine Geschichte dazu?

Wir haben großes Glück gehabt mit unserem schmalen Schmuckstück. Auf unser Haus aufmerksam geworden sind wir über den Sportverein der Eltern meines Mannes.
Die Verkäuferin, eine ältere Dame, wollte das Haus an eine junge Familie zu guten Konditionen verkaufen. Ihr waren frischer Wind und vertrauensvolle Hände wichtig, da sie in ihrem Elternhaus nicht mehr allein wohnen konnte und es aus gesundheitlichen Gründen verkaufen musste. Für sie ein eher trauriger Abschnitt, für uns ein glücklicher Start. Sie hat uns dann für ihr kleines Haus ausgewählt. Das liegt jetzt schon mehr als 10 Jahre zurück. 


Gab es Herausforderungen bei der Einrichtung oder der Renovierung?

Schon bei der ersten Besichtigung war uns klar, hier muss einiges passieren. Auf uns warteten alte Berliner Öfen, keine Heizung, kein Bad nur ein Loch im Boden, sehr kleine Räume und jede Menge Holz in dem für die ehemalige DDR typischen ochsenblutfarbenen Anstrich. Uns war der Erhalt der Substanz — den tollen Türen mit den tiefen Zargen, die Fensterläden und der alten großen Treppe — sehr wichtig. Auch heute noch sind die schmalen und kleinen Räume bei allen Entscheidungen maßgebend. So wurde in den beiden Kinderzimmern nach einem platzsparenden Bett gesucht und letztendlich nach genauer Planung vom Tischler angefertigt. Auch kann ich bei weitem nicht so viel Dekoration aufstellen, wie ich möchte. Ist einfach nicht genug Platz da.


Woher nimmst du deine Inspiration?

Aus Wohnzeitschriften wie Schöner Wohnen, aber auch Internetplattformen wie SoLebIch.de oder Instagram helfen beim Stöbern und Neues-Entdecken. Am meisten aber waren es die Reisen in den Norden Europas. So kommen viele Kleinmöbel und Dekoelemente direkt von Flohmärkten und Second-Hand-Läden aus Dänemark und Schweden. Auch wenn es bei uns etwas bunter zugeht, finden sich diese klaren Strukturen bei uns im ganzen Haus wieder. 


Wie würdest du deinen Wohnstil beschreiben?

Eine Mischung aus Retro und skandinavisch. Ich liebe die Klassiker von Eames und Holz in klarer Form. Dann noch etwas farbenfrohes Rot, aber trotzdem für das Auge ruhig und bitte nicht zu viel. Es muss zum roten Faden passen.

Welches ist dein Lieblingsmaterial?
Holz. Wir haben viel Zeit in die alten Türrahmen, die Fensterläden und die alte Treppe bei der Renovierung gesteckt. Wir wollten soviel wie möglich von dem alten Charme erhalten. Die Mühe hat sich gelohnt. 

Welche deine Lieblingsfarbe?
 
Rot, Rot und noch mehr Rot. Am liebsten RAL 3000 Feuerwehrrot. 


Interessierst du dich für Kunst?

Ja, für Kunst und Design. Gerade bin ich auf der Suche nach einem großen Druck für unser Wohnzimmer. Diesen Winter wollen wir mit einem Durchbruch den Wohnraum mit der Küche verbinden, dann ist endlich eine ausreichende Fläche vorhanden. Beim Wohnen interessieren mich besonders Designklassiker der 50er und 60er. Für beides, Kunst und Design, haben wir in Halle durch die Burg Giebichenstein viele junge Designer und kleine Label. Aber wie schon geschrieben, wir haben nicht ausreichend Platz für all die schönen Teile.

Welche Wohnanschaffung steht ganz oben auf deiner Liste? 

Die Drehlichtschalter von Berker, aus der Serie Glas. Die haben es mir besonders angetan, als wir uns dieses Jahr die neurenovierten Meisterhäuser in Dessau angeschaut haben. Das kann aber noch etwas dauern. Der Einbau könnte etwas schwer werden wegen der Bausubstanz und wir müssten alle Leitungen erneuen lassen.


Wo kaufst du gerne ein?

Fast ausschließlich online und am liebsten originale Designklassiker. Der letzte Fund waren unsere Stringregale für den oberen Treppenabsatz aus Karlsruhe: Velvet Point.


Wo ist dein Lieblingsplatz in deinem Haus?

Unser neuer Sessel. Wir haben lange nach einem bequemen Möbel gesucht. Als Baby Nummer 2 auf dem Weg war, gaben wir Gas. Durch die Liege- und Drehfunktion ist er nicht nur sehr bequem, er passt durch seine schlanke Gestalt super in unser kleines Stadthaus.


Wo ist dein Lieblingsplatz in deiner Stadt?

Im Biergarten der Bergschenke direkt an der Saale. Über dem Wasser mit Blick auf die alte Moritzburg. Besonders jetzt an warmen Herbsttagen einfach nur herrlich. 


Wohin wolltest du schon immer mal reisen?

Aktuell steht Jerusalem und Tel Aviv ganz oben auf meiner Liste. Die weiße Stadt in Tel Aviv und die Klagemauer in der Altstadt von Jerusalem. Nächstes Jahr soll es nach meiner Elternzeit mit meiner besten Freundin losgehen. 


Welche Musik hörst du zur Zeit gerne?

Ich bin schon seit längeren in den 80er Jahren gefangen. Redbone und CCR spielen ganz weit vorn mit, aber es gibt auch ein paar neue Lichtpunkte. Beim Kochen läuft immer öfters, neben Kindermusik, First Aid Kid.


Hast du einen Lieblingsschriftsteller? Welches Buch kannst du empfehlen?

Ich habe alle Bücher von Jörg Juretzka in Paper-Format, was eine Ausnahme ist. Ich habe seit 5 Jahren „Buchkaufverbot“ von meinem Mann. Wie immer fehlt der Platz. Es gibt nur noch digitale Stücke bei uns. Aber bei ihm musste es einfach sein. Besonders viel gelacht habe ich bei Rotzig & Rotzig.

Vielen Dank an Nicole für die Fotos und das interessante Interview!

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