Samstag, 11. Juli 2026

Blick zurück

Gesehen ich wollte mir eigentlich nach einer Ankündigung auf dem Insta-Kanal von arte die Reihe „Fabian oder der Gang vor die Hunde“ anschauen, weil ich Tom Schilling mag. Als ich beim Vorspann lese, dass Dominik Graf Regie führte, war ich skeptisch (weil ich seine Polizeirufe auch immer skippe — die sind mir zu wild), dachte aber, okay ich geb ihm eine Chance. Nach fünf Minuten hab ich abgebrochen. Leider auch hier wieder: so schnelle, wackelige Kameraführung plus komische Geräuschkulisse. Das stresst mich total. Schade. Die Vorlage für die Serie ist das Buch „Fabian. Die Geschichte eines Moralisten“ von Erich Kästner — und ich mag Erich Kästner
Gehört zufällig ein Seal-Cover von Talk Talk auf Insta und dann das Original angehört: Talk Talk — Life’s What You Make It. Die Kommentare unter dem Seal-Reel waren wieder lustig. Und ja, die Gitarre ist sehr cool
Getan I zum Rotag-Garten geradelt und mich dort mit P getroffen (sie sammelt Schritte, ich sammel Treppeln). Zwei engagierte junge Architekten haben auf dem Gelände einer stillgelegten Rohtabakvergärungsfabrik für den Sommer einen Pop-up-Biergarten initiiert. Sie haben sich so viel Mühe gegeben, Tore selbst gebaut, Biergarnituren angestrichen, resedagrüne Pflanzentröge aufgestellt, Grills selber gebaut, Tischkicker aufgestellt und TVs für Public Viewing an die Wände gehängt. Einer der Architekten begrüßt uns höchstpersönlich hinter dem Tresen: „Ihr seht aus, als wärt ihr zum ersten Mal hier.“ Ich: „Ja, und es sieht so aus, als wären wir die ersten heute.“ Und dann gibt er uns eine freundliche Einweisung: „Da vorne gibt’s gute Fritten, das macht ein Partner-. Und für Spontan-Griller haben wir einen Grillgut-Automaten aufgestellt. Da hinten ist ein Fußballfeld und wir bieten neben Bier und Softdrinks auch Wein vom Weingut Klumpp in Bruchsal an.“ Wirklich nice und ungezwungen dort, es sind alle Altersklassen vertreten, Kleinkinder, Senioren und alles dazwischen. Ich wusste gar nicht, dass P so einen Schuss drauf hat, hui. Sie wollte unbedingt aufs Fußballfeld. Nicht mal ihr (mein!) Handtäschchen hat sie abgelegt vor dem Schuss, hahaha. Ich schicke begeistert K das Foto von seiner Fußi-Schwester. Aber er meint, zur Beurteilung des Schusses müsste er ihn live sehen, hehe. Mehr Infos zum Rotag-Garten hierRotag-Garten, Hardeckstr. 2a, Karlsruhe;  Öffnungszeiten: Freitag und Samstag 18 bis 00 Uhr. Sonntag 16 bis 22 Uhr
Getan II ins Freibad gedüst mit P
Gelesen im Buch „Kunstprojekt Petuelpark“ (das es kostenlos hier unter „Publikation“ zu bestellen gibt) über den Petuelpark in München (allein der Name Petuel). Das ist ein über dem Mittleren Ring angelegter Park. Er verbindet zwei Stadtteile und — das ist so besonders — ist gespickt mit Kunst! Im Park befindet sich im Kubus das hübsche Café Ludwig (hier ein Bericht auf Sueddeutsche.de) und außerdem der Sozialpavillon, der als Begegnungsstätte dient für Anwohner aus Milbertshofen und Schwabing — beide Gebäude wurden vom Architekturbüro Kiessler & Partner München geplant. So super!!
Getrunken Sinalco Cola im Rotag-Garten. Dieser Flasche hab ich seit ungefähr sechs Jahren „hinterhergetrauert“. Ich war damals mit K in einer Indoor-Kart-Bahn. Während er fuhr, gönnte ich mir was zu trinken. Es war genau so ein Sinalco-Cola wie das jetzt — auch mit dieser schönen arabischen Schrift. Und ich ärgerte mich noch lange danach, dass ich die Flasche nicht einfach mitgenommen hab, weil ich so eine nie wieder gesehen habe. Eine zweite Chance bekam ich jetzt im Rotag-Garten! Als mir der Barkeeper die Flasche gibt, meine ich zu ihm: „Ohh, die Flasche sieht ja cool aus, mit dieser Schrift.“ Ich glaube, er wundert sich bisschen, dass ich einer Flasche so viel Aufmerksamkeit widme. „Ja, da gibt’s aktuell verschiedene Sprachen auf den Flaschen.“ „Ich mag die arabische so. Darf ich die mitnehmen?“ „Klar. Ich verrate dem Getränkelieferanten nichts.“ Finally
Gegessen ein McSundae-Eis, das mir P und L von ihrem Megges-Ausflug mitbringen. Schön gekühlt in Ks Fußballkühltasche. So funny
Gelacht I dass meine Kinder meine „Einparkkünste“ (ich parke nicht gerne ein) sehr kritisch sehen. K hat immer Sorge, dass ich die Felgen mitnehme. Sein „Argh“...
Gelacht II ich sitze gerade an meinem Schreibtisch, die Balkontüren sind offen, als ich plötzlich ein Handy klingeln höre unten auf der Straße. Die Melodie ist „Jingle Bells“. Lol. Nur noch 166 Mal schlafen
Gefreut I über mediterrane Blumen beim abendlichen Radeln (ich glaube, das ist eine Jasmintrompete, kann das sein?)
Gefreut II über einen kleinen Exkurs in Sandsteinkunde vom Steinmetz, der gerade meinen Balkon aufarbeitet. Plötzlich klopft es voll laut an meinen Rollladen. Der Rollladen bewegt sich schon wie von Zauberhand nach oben. Ich sprinte zum Fenster und rufe: „Junge — jaa ich komm ja schon.“ Der Steinmetz will mir sagen, dass er jetzt den Tritt spachteln will und ich 24 Stunden den Rollladen nicht runter lassen darf. „Gar kein Problem, mach ich.“ Und dann hab ich ihn ausgequetscht. Also die Platte, die vorher drauf war, haben sie mitgenommen und erst mal in der Werkstatt inspiziert. Da hatten sich in der Mitte wohl so Hohlräume gebildet, bzw. der ist in der Mitte irgendwie so bisschen gebröckelt.Ich dann: „Da haben wir ja gefährlich gelebt, haha.“ Er erklärt: „Beim Mühlbacher Sandstein ist es so, dass sich da über die vielen vielen Jahre Pflanzen zwischen die Sandsteinschichten mischen und die können sich dann später auflösen und dann fällt der Standstein wie in sich zusammen.“ Ohaaa. „Und haben Sie die ganze Platte ersetzt oder nur die obere Schicht erneuert?" "Wir haben die vorhandene Platte aufgearbeitet und jeweils 5 cm dicke neue Platten mit Epoxidharz und Aluminiumnägeln angebracht.“ Ahaaa. Und dann meinte er: „Übernächste Woche kommt das Geländer dran und dann könnt ihr den Balkon wieder nutzen. Dann habt ihr wieder 50 Jahre Ruhe. Ich hoffe, es gefällt euch bisschen, was wir hier machen?” „Jaa, sieht gut aus. Ich freu mich schon. Danke für die Ausführungen, haha.“ Nur der Zeitpunkt war echt sehr ungünstig. Herbst oder Frühling hätte ich besser gefunden. Aber die Dame von der Vermietung meinte zu mir „Wir müssen ja froh sein, wenn wir überhaupt Handwerker bekommen.“ Uff
Gefreut III dass jetzt endlich, endlich alle Kinder mit der Schule fertig sind. Wurde auch Zeit irgendwie, die letzten Wochen waren so zäh. Und dass Omi und Opi direkt einen Strauß geschickt haben am Tag des Bestehens. Auch noch mit den blauen Disteln, die ich so mag. So haben alle was davon. Die Zwillings-Abiturienten und die stolze Mama. Ich bin nicht nur stolz auf die Kinder, sondern auch auf die Mathe-Omi, die mit ihren 80 Jahren täglich mit den beiden gelernt hat — was ich nie gekonnt hätte!!
Gestaunt I dass K sagt, ich sei wie Olisé. Stimmt aber schon bissl (vor allem das mit dem nicht melden in der Klasse). Nur dass ich halt kein Fußball gespielt hab — und Mathe hasste, haha. Die Worte seiner ehemaligen Lehrerin sind so süß*
Gestaunt II als P nach Hause kommt sagt sie: „Ich hab euch was mitgebracht! Ich war diese Woche in Mannheim und hab dort im Supermarkt was ganz besonderes gefunden.“ Und dann holt sie ein Erdnuss-Nutella aus der Tasche. Ohhh!!!
Geärgert über den Preis des Peanut-Nutellas: 10 EUR. Aber saulecker ist es! Ich finde ja, an die Kombi von Schokolade und Erdnuss kommt fast nichts ran... Ich teste es mit einem Stück Brezel. Bestanden mit Bestnote!
Gekauft I tatsächlich im Gastrogroßhandel eine große Alu-Schaufel und ein paar andere Kleinigkeiten. Die Biskuitform hab ich umfunktioniert für Schmuckaufbewahrung
Gekauft II bayerisches Bier. Der Löwe passt gut zu meiner Plakette am Auto. Seit wann ist da Comic-Sans-Schrift drauf?! Argh

Schönes Wochenende!
Philuko macht Pause... Auf bald!

...

*Mrs Anderson sagt:

„It really annoys me when people say he is nonchalant or arrogant. He is just very shy. For example, he never raised his hand in class because he never wanted to draw attention to himself. He would keep his head down, do what he had to do, then head straight to the pitch. Football was already everything to him, it was his whole world. He was a good student, especially in maths and science, less so in writing, but when his team did not win at break time or something had happened, it was very difficult for him to concentrate again, because he wanted to go out and put things right.
He was already a huge perfectionist who could get frustrated, a future champion. But he wanted to stay in the background. When the kids went to collect their medals, he stayed to the side. When you congratulated him for a goal, he would put his finger to his lips and run back into position while looking at the ground.“




































2 Kommentare:

  1. Liebe Julia, bei der mediterranen Pflanze handelt es sich um eine Amerikanische Klettertrompete (Campsis radicans).
    Wünsche dir/euch schöne Sommerwochen. Herzliche Grüße, Margit P. aus N.
    PS: Glückwünsche zu deinen Kids; die haben aber auch eine klasse mom

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