Donnerstag, 6. Juli 2017

Buchtipp – Namen machen Leute

Namen waren bei mir schon immer ein großes Thema. In der Kindheit vor allem in Form von Spitznamen. Mein Bruderherz und ich haben uns gegenseitig die abenteuerlichsten Spitznamen gegeben, mein Musiklehrer nannte mich Julchen und meine Freundin rief mich ab und an Giuliana. Auch meine Eltern blieben nicht verschont. Aus Mama wurde Sam, aus Papa Betz. Sie haben sich nie beschwert und verzeihen mir hoffentlich, dass ich dies hier preisgebe. 

Spätestens als sich Nachwuchs ankündigte, wurden „richtige“ Vornamen interessant. Namensbücher waren wochenlang meine Lieblingslektüre. Faszinierend. Genau wie die Aussage einer Personalerin aus der Firma meines Mannes: „Wir sortieren bei den Bewerbungen auch anhand von Namen aus. Ein Kevin wird bei uns erst gar nicht zum Vorstellungsgespräch eingeladen.“ Ups. Augen auf bei der Namenwahl.

Mit dem Thema Vornamen befasst sich das neue Buch „Namen machen Leute“ von Gabriele Rodriguez. Kurzweilig, witzig und informativ berichtet die Autorin aus ihrem Alltag als einzige Namensforscherin Deutschlands (!) bei der Namensberatungsstelle der Universiät Leipzig. Amüsante Geschichten im Wechsel mit sachlichen Informationen. Wusset ihr, dass es tatsächlich eine Dame gibt, die auf den Namen Pepsi Karola hört? Oder dass Namen wie Schneewittchen, Sundance, Soja oder Prinz-Gold bereits standesamtlich zugelassen wurden? Abgelehnt dagegen wurden z.B. Borussia, Waldmeister, Usedom und Kirsche.

Nett auch die Anekdote mit dem Brief von Ellis Kaut, die nicht wollte, dass der Name Pumuckl an ein Kind vergeben wird – was aber natürlich außerhalb des Einflusses der Namensforscherin lag

Kurz: Ein tolles Buch für alle Namensinteressierte und werdende Eltern empfehlenswert!

Vielen Dank an die Komplett-Media GmbH für das Rezensionsexemplar. 


via komplett-media.de:

NAMEN MACHEN LEUTE
Wie Vornamen unser Leben beeinflussen

Finn ist lustig, Katharina ist erfolgreich, Emilia ist gut aussehend, Jan ist sportlich, und Kevin ist dumm. Namen wecken automatisch Assoziationen in uns, die wir mit einem Attribut verknüpfen - bewusst oder unbewusst. Das geht sogar so weit, dass Lehrer Kevin und Justin nicht nur weniger zutrauen als Alexander oder Maximilian, sie benoten sie mitunter auch schlechter. Und das bei gleicher Leistung.

Aber woran liegt es, dass wir Menschen anhand ihres Namens beurteilen? Woher kommen die Ströme und Trends? Und mit welchen Namen machen Eltern auf keinen Fall etwas falsch?
Namensforscherin Gabriele Rodríguez analysiert Herkunft und Entwicklung von Namen und gibt Tipps für Individualisten, die ihre eigenen Namen kreieren wollen.

GABRIELE RODRÍGUEZ ist die einzige Namenforscherin Deutschlands, die sich auf Vornamen spezialisiert hat, und gehört zum Team der Namenberatungsstelle der Universität Leipzig. Eltern und Standesämter können bei ihr die Zulässigkeit, Schreibweise oder Geschichte von Vornamen prüfen und sich beraten lassen. Rodríguez studierte Philologie in Kasan (Russland) und Romanistik in Leipzig, wo sie seit 1994 Namen erforscht und die Namenberatungsstelle unterstützt.



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